Alles außer Kellnern: Die :bsz-StudiJob-Reihe – Erschreckerin
Mit viel Gebrüll Geld machen?
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Buh: Caro spannt jeden ihrer Muskeln an, nur um Männer zum Kreischen zu bringen. Foto: kac
Buh: Caro spannt jeden ihrer Muskeln an, nur um Männer zum Kreischen zu bringen.

Wie wäre es, wenn Ihr Menschen zum Kreischen bringt und so Knete verdient? Der Movie Park Bottrop sucht jedes Jahr DarstellerInnen, die sich im Oktober in Monster verwandeln und die BesucherInnen im Vergnügungspark erschrecken. Literatur- und Theaterwissenschaftsstudentin Caroline Königs erzählt von ihren Erfahrungen.

Über eine Anzeige in der WAZ hat Caro erfahren, dass der Movie Park DarstellerInnen für seine Halloween-Saison sucht. Da die junge Studentin bereits mit Freude bei einem Zombietheaterstück im Musischen Zentrum (MZ) mitgespielt hat, dachte sie sich, dass dieser Job ihren Fähigkeiten entspräche.  Spontan ist Caro zum Casting gefahren und hat die Stelle bekommen. Jetzt hockt sie in einer Mülltonne und wartet bis die BesucherInnen an ihr vorbeigehen, springt raus und will alle „fressen“.

Wie hoch ist der Aufwand?

Nach Caros erster Zombierolle im MZ hatte sie Blut geleckt und freute sich anfänglich über die Möglichkeit, Menschen, im Movie Park mit ihrem Gebrüll zu erschrecken.  

Caro wohnt in Bochum und reist drei Tage die Woche zum Movie Park in Bottrop. „Mein Zeitaufwand ist sehr groß. Dies ist vor allem den öffentlichen Verkehrsmitteln geschuldet. „Das heißt, dass ich für vier bezahlte Arbeitsstunden neun bis neuneinhalb Stunden unterwegs sein muss.“

Mit der Einführung des Mindestlohns bekommen die DarstellerInnen mittlerweile 8,50 Euro, davor waren es nur 6,50 Euro die Stunde, wobei das Schminken und Verkleiden nicht in die Arbeitszeit miteinfließen.

Was macht Spaß, was nicht?

Caro macht es Spaß, die Leute zum Kreischen zu bringen, vor allem die Männer. „Dass ich einen Mann zum Kreischen bringe, geschieht dann circa je nach Besucherzahlen bei mir 10 bis 30-mal am Tag. Nach meinen Stichproben kreischen im Durchschnitt Frauen deutlich häufiger“, erläutert die Studentin. Wenn BesucherInnen total beeindruckt vor ihr stehen bleiben und ihr Schauspiel beobachten, freue sie sich, da es ihr zeige, dass sie gut ist.

Nach einem anstrengenden Arbeitstag tut Caro am nächsten Morgen oft ihr gesamter Körper weh. „Mein Ziel im Oktober ist es von daher, mich neben der Arbeit so wenig wie möglich zu bewegen.“  An Sonntagen liegt Caro, selbst wenn sie gerne etwas unternehmen würde, nur noch total entkräftet im Bett herum.

Caros Chefin ist zufrieden mit ihrer Erschreckerinnleistung, vermutlich könnte sie nächstes Jahr wieder dort arbeiten, sie wird sich aber wahrscheinlich dagegen entscheiden: „Zwar habe ich nun so viele Muskeln aufgebaut wie nie zuvor in meinem Leben, aber der Muskelkater und die Fahrerei sind es mir nicht wert.“ Caro würde Leuten aus Bochum nur raten, dort zu arbeiten, wenn sie ein Auto haben und den Sprit dafür zahlen wollen, denn Fahrgeld wird nicht erstattet.

:Katharina Cygan