Warum im Kreis laufen spaßig sein kann
In meinem Spiele-Highlight 2021 läuft man eigentlich nur im Kreis

Devolver Digatal´s Loop Hero zeigt, dass man aus einer simplen Idee mit viel Kreativität und Cleverness großen Spielspaß für einen erschwinglichen Preis bringen kann.

Kennt ihr das mulmige Gefühl, Euch immer wieder im Kreis zu drehen? Ein ewiger Kreislauf, der Altbekanntes neu erscheinen lässt, beschreibt wohl am besten mein Gaming-Highlight aus 2021.

Loop Hero herausgegeben von Devolver Digital, die man wohl am ehesten von ihren bizarren und Meta-kritischen Medienauftritten kennt, schafft, woran viele scheitern: Aus wenig ganz viel machen. Denn Loop Hero ist nicht etwa ein 70 Euro Triple-A Spielegigant, sondern schon für erschwingliche 15 Euro, und bei vielen Sale Angeboten sogar für weniger, zu haben. Aus wenig viel machen trifft aber nicht nur auf den Preis zu. Auch das Spiel an sich kommt eher schlicht daher, was aber bei bestem Willen nichts Schlechtes heißt.

Und was macht man in Loop Hero so? Man läuft im Kreis! Klingt vielleicht erstmal ziemlich langweilig, aber dahinter verbirgt sich deutlich mehr. Man läuft nämlich nicht nur durch das Drücken einer Taste automatisch im Kreis, sondern baut nebenbei, oder eigentlich eher hauptsächlich, das Level nach und nach aus. Stellt es Euch in etwa so vor, als würdet Ihr Monopoly spielen, nur bestimmt Ihr selbst, was die einzelnen Felder machen, auf denen Ihr mit der Spielfigur landen könnt. Die kreisrunde Straße auf der sich die Spielfigur in Loop Hero bewegt, schmückt man dann mit vorher durch ein Kartendeck festgelegten Monstern und Orten, die dann auf dem jeweiligen Feld ein bestimmtes Event hervorrufen. Von Spinnennestern über Sümpfe und Dörfern und Vampirschlössern, lassen sich so bestimmte Kämpfe hervorbringen. Ziel der ganzen Sache ist es nämlich, die Map bis zu einem bestimmten Grad mit Feldern zu füllen, um am Ende dann einen Endboss erscheinen zu lassen, den es zu besiegen gilt, um das Level abzuschließen. Nebenbei sammelt man aus den Kämpfen Ausrüstung, welche dabei hilft, die immer stärker werdenden Monster zu bezwingen, denn mit jedem Schritt verstreicht die Zeit und das Level der Spielfigur und der Monster steigt stetig an. Der Kniff bei der ganzen Sache ist es letztendlich, die Map so zu bauen, dass man sowohl viele Felder füllt, um an einen der Endbosse zu gelangen, dabei aber gleichzeitig nicht zu viele schwere Gegner auf kleinem Raum bündelt. Denn auf einem Feld können durchaus mehr als nur ein Monster erscheinen, vielmehr stapeln sich die verschiedenen Events, und man kommt schnell in Kämpfe, die überwältigend sind und den Lebensbalken rapide sinken lassen. Heilung ist in Loop Hero sehr begrenzt, und anfangs nur über das Passieren der Startposition möglich. Deshalb sollte man die Felder mit einer gewissen Vorsicht bestücken und immer im Voraus planen, was auf einen zukommen kann. Wenn man dann mal nicht in den jeweiligen Leveln im Kreis „loopt”, baut man auf einer separaten Weltkarte, mit Materialen, die man in den Loops findet, einen Stützpunkt auf, der gewinnbringende Boni bringt, die beim Bezwingen des Spiels helfen. Hier schaltet man zum Beispiel neue Klassen, mehr Heilung und diverse Relikte mit Zusatzeffekten im Loop frei. Grafisch kommt Loop Hero mit Pixelgrafik eher schlicht daher, zeigt aber dennoch, dass diese auch liebevoll gestaltet sein kann und das Eintauchen in die Story und das Spielgeschehen möglich macht. Für mich machen das clevere Spieldesign und die besondere Herausforderung im Bauen der Level Loop Hero zu einem kleinen Spiele-Hit, denen ich allen ans Herz legen kann, die Abseits von pompösen Produktionen mal etwas Abwechslung in der Spiele-Landschaft suchen. 

:Artur Airich

 
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