Erfahrungsbericht eines Coronaerkrankten
Meine kleine Corona-Geschichte

Corona und Studium? Passt das überhaupt? Was mache ich mit meinem Corona nach dem Studium, hat das Zukunft? Spaß beiseite, das Corona-Virus sollte man ernst nehmen. Vor ein paar Wochen, kurz vor Weihnachten, war ich selbst daran erkrankt und möchte Euch ein wenig an meinen Erfahrungen mit dem Krankheitsverlauf und dem Drumherum teilhaben lassen.

Als jemand, der sich in der Zeit von Corona lieber zu Hause aufhält und sich, ehrlich zugegeben wegen einer Prise Impf-Faulheit, erst recht spät, Anfang Dezember hat impfen lassen, war es dann endlich mal soweit. Auf den Termin bei der Hausärztin zur Erstimpfung wartete ich gut einen Monat, dann ging es aber ganz fix, durch die Tür ohne langes Warten direkt ’ne Spritze in den Arm, ein paar Hinweise zu den Nachwirkungen und ciao. Halb so wild. Die zwei Tage danach mit Schmerzen im Arm waren dann zum Glück auch nicht so schlimm, wie gedacht. Am dritten Tag nach der Impfung dann das böse Erwachen. Ich fühle mich krank, Gelenkschmerzen, leichter Schnupfen, sicherlich noch von der Impfung dachte ich mir. Yeah right, Pustekuchen. Als dann Fieber dazukam und ich langsam an Geschmacks- und Geruchssinn verlor, war mit klar, dass ich mich irgendwo angesteckt habe, fuck. Schnelltest gemacht, positiv. Vielleicht mein Nachbar im Studierendenwohnheim, der schon ein paar Tage zuvor verdächtig gehustet hat? Oder doch in der Praxis? Schlampig gewesen, was Händewaschen angeht? Ich konnte es mir nicht zusammenreimen und hab erstmal bei der Praxis und beim AKAFÖ Bescheid gesagt. Einen Tag später dann mit aller Vorsicht zur Abgabe des PCR-Test gegangen, der meine Vermutung bestätigte. Sie haben sich mit dem Corona-Virus angesteckt, herzlichen Glückwunsch, Sie gewinnen 14 Tage Quarantäne und einen Krankheitsverlauf, der sich von “ich merk garnichts” bis zu “mit seinen letzten Atemzügen im Intensivbett liegen” ausprägen kann. 

Erstmal ins Bett und schlafen, schauen wie es mir Morgen geht, bei der :bsz und den Dozierenden Bescheid geben, dass ich erstmal ´ne Weile K.O. bin. Ruhig schlafen geht jedenfalls anders, Fieber, Schnupfen der einen Taschentuchberg hinterließ, der dem eines Masturbations-Marathons gleichkommt und das beklemmende Gefühl, wie schlimm die nächsten Tage sein werden. Denn Corona in meiner Familie ist altbekannt, schon letztes Jahr waren meine Eltern krank, und denen ging es richtig mies, mit Kreislaufbeschwerden im Krankenhaus. Ich selbst bin auch nicht der fitteste und hatte schon mal Herz-Rhythmus-Probleme. Mit diesen Gedanken lag ich in meinem 18qm Studi-Appartement und hätte fast schon wieder zum Glauben gefunden, welchen ich lange hinter mich gelassen habe.

Mit Glück kann ich sagen, dass es nicht schlimmer wurde. Dass Mum jeden Tag 4-Mal anruft, um zu fragen, wie es mir geht, war auch Ok, auch wenn ich eigentlich nur 12 Stunden am Tag schlafen wollte. Ich kann mich glücklich schätzen, dass ich Freunde und Verwandte in der Nähe hatte, welche die nötigsten Einkäufe für mich erledigen konnten. So viel Rückendeckung es aus dem Bekanntenkreis gab, so sehr war ich verwundert, dass weder das Gesundheitsamt noch die Arzt-Praxis mal nachgefragt hat, wie es mir geht. Man war lediglich zur Aufhebung der Quarantäne bei mir und hat mir ein Stäbchen in das Nasenloch gesteckt. Schon etwas komisch, so im Nachhinein. Solltet Ihr auch mal krank werden, hoffe ich, dass der Krankheitsverlauf milde verläuft und Ihr Menschen habt, die Euch in dieser Zeit supporten können. Stay safe, stay healthy and god bless America.

 

:Artur Airich

 
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