Online-Wahlen: Vorschlag der CDU Baden-Württemberg wird auch an der RUB diskutiert
Mehr Internet wagen?
Foto: jisc.ac.uk
Digitaldemokratie: Sieht so die Wahlkabine der Zukunft aus?
Mausklick statt Urnengang: Die Idee, aufgrund der niedrigen Wahlbeteiligung per Internet  über StuPa und andere studentische Gremien abzustimmen, stößt an der RUB auf reges Interesse. Doch nicht alle sehen darin ein Allheilmittel gegen oft erwähnte „Demokratieverdrossenheit“.
 
Nur knapp zehn Prozent der Studierenden haben im letzten Dezember ihre Stimme abgegeben. Dass die studentische Wahlbeteiligung schon seit längerer Zeit viel zu niedrig ist, können auch Akteure der Hochschulpolitik nicht leugnen: „Man muss sich schon die Frage stellen, ob man demokratisch gerechtfertigt ist, wenn so wenig wählen“, meint AStA-Vorsitzender David Schmidt. „Dementsprechend wären Online-Wahlen sehr interessant.“
Da viele Studierende pendeln und oft keine Zeit haben, für die Stimmabgabe zur RUB zu fahren, sieht auch StuPa-Sprecher Arne Michels in den Online-Wahlen eine spannende Möglichkeit. Gleichzeitig sieht er die Option kritisch:  „Letztlich kann aber auch die Online-Wahl kein geeignetes Mittel sein, um Politikverdrossenheit  zu begegnen. Eine geringe Wahlbeteiligung zeigt in meinen Augen auch immer das Desinteresse an der Arbeit des AStA und des StuPa selbst.“
 
Umsetzung wird geprüft
 
Ähnlich sehen das Teile der Opposition: „Wer wählen möchte, hat zur Zeit die Möglichkeit dazu – und das ganze fünf Tage lang. Jedoch glauben wir, dass Hochschulpolitik fremd und langweilig wirkt“, kritisiert Linus Stieldorf von den JuLis. „Hier muss der AStA mal aufwachen und was tun.“ 
Eher gesellschaftliche Gründe sieht Sebastian Pewny von der Liste GRAS darin: „Bologna peitscht die Studis durch ihr Studium. Es bleibt
kaum noch Zeit für ehrenamtliches Engagement und politische Teilhabe. StuPa und AStA werden dadurch zunehmend zu DienstleisterInnen.“ Gleichwohl sehe er in Online-Wahlen eine gute Ergänzung: „Unter Hinzunahme entsprechenden Fachwissens der RUB-IT-Institute und einer studentischen Datenschutzbeauftragten sehen wir die Idee eher positiv.“
Inwiefern Online-Wahlen an der RUB, etwa via VSPL, möglich sind, soll demnächst zusammen mit dem Rektorat geprüft werden. „Das ist allerdings noch absolut roh“, erklärt David Schmidt. „Wir sind da noch am Anfang.“ 
In dieser Woche müssen die Studierenden jedenfalls noch analog ihre Stimme abgeben. Dann hoffentlich mehr als zehn Prozent.
 
:Benjamin Trilling