Kommentar: Schäden nach Partys: Abnahmeprotokolle?
Mehr Bürokratie wagen

joop

Dass bei Fachschaftspartys schon mal etwas zu Bruch geht, dass Wände der Location und der Porzellanabteilung mit Stiften und Aufklebern verschönert werden, lässt sich wohl nicht ganz verhindern. Fachschaftsräte möchten aber verständlicherweise nicht für Schäden aufkommen, die unmittelbar nach der Party nicht beanstandet wurden. Lösungsansatz: Protokolle anfertigen, vorher und nachher. Genial.

Hintergrund des Vorschlags ist eine Rechnung über 60 Euro Reinigungskosten, die dem FSR Sozialwissenschaft nach dessen letzter Party im AusländerInnenzentrum (AZ) hinterm KulturCafé von Seiten des AStA gestellt wurde. Dabei hatte der FSR selbst nach der Party geputzt, um Tags und Aufkleber von Wänden zu entfernen, besonders auf den Toiletten. Bei gemeinsamer Begehung mit dem KulturCafé-Personal sei nichts weiter beanstandet worden; dennoch kam später die Rechnung. Um Fachschaften Sicherheit zu geben vor nachträglichen Forderungen, wurde in der FachschaftsvertreterInnenkonferenz (FSVK) ein Antrag diskutiert, laut dem der AStA künftig ein Abnahmeprotokoll vor und nach Partys anbieten möge. Allerdings betrifft dies nur jene, die ausschließlich im AZ stattfinden.

Protokoll gleicht Misstrauensvotum

Nun sind solche Protokolle kein Muss, dieses Mehr an Bürokratie ist rein optional. Fotos oder Videos zu machen, wie auch diskutiert wurde, bedeutet nicht weniger Aufwand. Schließlich müsste so jeder Quadratmeter penibel dokumentiert werden, um jegliche vorhandenen und (noch) nicht vorhandenen Schäden zu belegen. Diese Mühe wird sich nur machen, wer sie sich machen will. Das Problem ist, dass die FSRs zur Durchführung eines Protokolls auf den guten Willen einer zweiten Partei wie des AStAs oder des KulturCafés angewiesen ist, denn niemand kann dazu gezwungen werden, ein  Protokoll gemeinsam anzufertigen oder gar zu unterschreiben. Leider kommt aber der FSVK-Wunsch Abnahmeprotokolle einzuführen einem Misstrauensvotum gleich. Schlechte Voraussetzungen, jemanden zur Kooperation zu überreden.