Kommentar: Preise oder Beitrag rauf – Warum nicht beides, meint das Akafö
Mehr als ein Geschmäckle

Einen Zehner mehr zahlen künftig die RUB-Studierenden künftig pro Semester für die Dienstleistungen des Akafö. Im Unmut über die Erhöhung des Sozialbeitrags schwingt die noch frische Erinnerung  an die deftigen Preiserhöhungen vom vergangenen Wintersemester mit.

Schon da wurden die Preisanpassungen mit gestiegenen Kosten und gesunkenen Landeszuschüssen begründet. Die Argumentation sah folgendermaßen aus: Das Akafö hat höhere Kosten, etwa durch höhere Lohnabschlüsse und Lebensmittelpreise; das macht die angebotenen Leistungen teurer. Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder die Preise pro Essen zu erhöhen und gezielt diejenigen stärker zu belasten, welche die Essensangebote des Akafö nutzen, oder die Kosten aufzufangen, indem der Sozialbeitrag für alle erhöht wird, egal ob sie in der Mensa essen oder nicht. Dazwischen musste das Akafö abwägen.

Solidarmodell oder Preisschraube

Zum letzten Wintersemester entschied sich das Akafö für die erste Variante und drehte an der Preisschraube. Das Ergebnis war scharfe Kritik. Die :bsz fragte, ob nicht eine solidarische Finanzierung über den Sozialbeitrag besser wäre.

Dafür entschied sich das Akafö dieses Mal, wohl auch, weil der Spielraum bei den Essenspreisen ausgereizt ist und eine weitere Erhöhung schwer zu schlucken wäre. Auch bei den Wohnheimmieten geht nach oben nicht mehr viel, und andere Akafö-Angebote, etwa im sozialen Bereich, müssen für die, die sie nutzen, kostenlos und somit solidarisch finanziert sein.

Angesichts des großen Servicespektrums mag die Kritik an der Sozialbeitragserhöhung die Akafö-Verantwortlichen verwundern: An welcher anderen Stellschraube hätten sie denn sonst drehen sollen? Doch vorm Hintergrund des Wintersemesters bleibt die Kritik zumindest nachvollziehbar.
Was vor einem halben Jahr als ein „entweder oder“ zwischen Preisen und Sozialbeitrag verkauft wurde, entpuppt sich nun als ein „sowohl als auch“ und spricht den Worten von damals Hohn. Das hat nicht nur ein Geschmäckle, das ist zum Kotzen.

:Johannes Opfermann