Impfen sollte freiwillig bleiben, da weder Staat noch Schulen medizinische Eingriffe erzwingen dürfen.
Locker bleiben

Contra. In Hannover sind sechs Grundschüler*innen vom Unterricht ausgeschlossen worden, weil sie keine Masernimpfung haben.

Impfgegner*innen vertrauen der modernen Medizin nicht. Auf deren Internetseiten wird davor gewarnt, dass Impfungen bei Kindern gesundheitliche Folgen haben können. Diese Eltern würden durch eine Impfpflicht, wie sie in Hannover durch den Unterrichtausschluss der sechs Grundschüler*innen, die nicht gegen Masern geimpft sind, vor die Entscheidung gestellt: Entweder sie ziehen sich aus der Gesellschaft zurück, oder sie impfen ihre Kinder – gegen ihren Willen.

Bedenken aus der Luft gegriffen?

Laut der Medikamentenbeschreibung des Pharmaunternehmen GlaxoSmithKline über dessen Sechsfach-Impfstoff Infanrix Hexa, der schon Säuglingen verabreicht wird und gegen unter anderem Diphterie, Tetanus und Keuchhusten schützt, sind Säuglinge, die wegen ihres unerfahrenen Immunsystems Risikopatienten. Problematisch sind insbesondere Kombinationsimpfungen mit anderen Impfstoffen. Das Pharmaunternehmen warnt zum Beispiel davor, Kinder gleichzeitig mit Masern-, Mumps-, Röteln-, Varizellen- (MMRV-) und Infanrix zu impfen. Drei von vier Kindern bekommen danach Fieber. Eine Infanrix-Impfung kann darüber hinaus diverse Nebenwirkungen wie die Infektion von oberen Atemwegen nach sich ziehen.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung schätzt das Risiko von Impfungen dennoch als sehr gering ein. Angesichts dessen, dass bei Impfungen teilweise abgeschwächte Krankheitserreger gespritzt werden (zum Beispiel bei MMRV), damit der Körper dagegen Antikörper entwickelt, erstaunt eigentlich der zumeist souveräne Umgang des Körpers mit den Wirkstoffen. Doch wie bei jedem Medikament auch besteht insbesondere für Säuglinge die Möglichkeit von mal mehr und mal weniger dramatischen Nebenwirkungen in jedem Fall. Bei einer Impfpflicht würde der Staat den Eltern die Entscheidung über die Impfungen abnehmen. Aber wer badet die Impffolgen aus? Der Staat wohl kaum.  Diejenigen, die die Kinder am meisten lieben, sollten die Impf-Entscheidungen treffen, da sie mit etwaigen Folgen leben müssen: die Eltern. Was für den Staat gilt, gilt erst Recht für die Schulen. Wer gegen Masern geimpft ist, der kann sich nicht anstecken. Und für die anderen gilt: Eltern haften für ihre Kinder.

:Jonathan Josten