Internationale Woche: Brasilien präsentiert sich als attraktives Ziel für Studis mit Fernweh
Lernen und Forschen im Land des Fußballs
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Der passende Rhythmus zum Vortrag: Die Gruppe Biriba-Brasil präsentierte auf der Internationalen Woche den traditionellen Capoeira-Tanz. Foto: bk
Der passende Rhythmus zum Vortrag: Die Gruppe Biriba-Brasil präsentierte auf der Internationalen Woche den traditionellen Capoeira-Tanz.

7:1 – mit dem das Ergebnis des Fußball-WM-Halbfinales 2014 begann Dr. Stefan Hollensteiner, Leiter der RUB-Vertretung in Lateinamerika, seinen Vortrag über Brasilien. Dieser Einstieg verdeutlicht das Klischee des Landes als Fußballnation, die ausgerechnet bei der WM im eigenen Land eine herbe Schlappe gegen Deutschland hinnehmen musste. Dass Brasilien aber jenseits aller Kicker-Klischees auch ein attraktiver Zielort für ein Auslandssemester ist, wollte Hollensteiner am vergangenen Donnerstag im Rahmen der Internationalen Woche den RUB-Studierenden nahelegen.

Bei der internationalen Woche ging es vor allem darum, die vielen PartnerInnenprogramme der als weltoffen betitelten Ruhr-Uni mit zahlreichen Universitäten im Ausland hervorzuheben.

Der Donnerstag stand unter dem Titel „The Americas – From North to South“ und der Titel war Programm – denn schließlich besteht der amerikanische Kontinent nicht nur aus den USA und Kanada; und so widmete sich ein Großteil der dargebotenen Vorträge und Infostände vor allem den Austauschprogrammen mit Unis auf dem lateinamerikanischen Teil des Kontinents.

Die Ruhrpott-Allianz in Rio

In diesem Teil der Welt, so Stefan Hollensteiner in seinem Vortrag, sei die RUB sehr aktiv. Gemeinsam mit der TU Dortmund und der Uni Duisburg-Essen betreibt die Ruhr-Uni unter dem Namen „Universitätsallianz Ruhr“ (UAR) seit 2009 zwei Büros in den brasilianischen Metropolen Rio de Janeiro und São Paulo.

Letztere stellt zugleich den größten deutschen Industriestandort im Ausland dar. „Außerdem gilt die Universidade de São Paulo traditionell als beste Uni Lateinamerikas“, erklärt Hollensteiner mit Blick auf verschiedene internationale Hochschulrankings.

Portugiesisch ist Pflicht

Während die UAR-Büros in Brasilien Studierende in den Ruhrpott locken wollen, funktioniert der Austausch natürlich auch in die andere Richtung: Mit sieben brasilianischen Unis besteht derzeit eine Austauschkooperation, so Veronika Fuckel vom International Office der RUB. „An jeder Uni haben wir zwei Plätze für RUB-Studierende – außerdem konnten wir achtzig Prozent der Bewerber durch das Stipendienprogramm PROMOS fördern“, erläutert sie. Obwohl die brasilianischen Austauschprogramme prinzipiell Studierenden aller RUB-Fakultäten offen stehen, hebt Stefan Hollensteiner vor allem die Bedeutung des Landes als naturwissenschaftlichen Forschungsstandort hervor.

Auf eines müsse man sich allerdings einstellen, wenn man das Abenteuer Brasilien wagen möchte: „Seien Sie darauf vorbereitet, dass die Lehrveranstaltungen auf Portugiesisch abgehalten werden!“

:Birthe Kolb

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