Viel zu tun
Kultur und günstig im Pott
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Kultur während Corona: Unter dem Stichwort #homestories veröffentlicht das Bochumer Schauspielhaus täglich eine Audiolesung. Bilder: stem
Kultur während Corona: Unter dem Stichwort #homestories veröffentlicht das Bochumer Schauspielhaus täglich eine Audiolesung.

Ruhrgebiert.  Auch während den derzeitigen Social-Distancing Maßnahmen kann man günstige Kulturangebote im Ruhrgebiet erleben. Das Beste: Ob man daheim bleibt oder raus geht, ist ganz den eigenen Wünschen überlassen.

Westpark und Audioguide re:ANIMA

Der Westpark, unweit von der Bochumer Stadtmitte entfernt, ist mit seiner Eröffnung im Jahr 1999 noch relativ neu. Auf großen, weiten Flächen kann man sich sonnen, skaten, die Füße im Wasser baumeln lassen oder auch spazieren. Doch hinter den weiten Wiesen, der Jahrhunderthalle und den Industriebauten schlummern vergessene Geschichten, Utopien von Kitsch und Künstlertum und verquere Entstehungsgeschichten. Diese alternativen Welten werden in dem Audioguide re:ANIMA der RUB-Alumna Vivane Lennart offenbart. Dieser ist in der Besucherzentrale des Pumpenhauses erhältlich. Wie in einem Abenteuerbuch mit Entscheidungsmöglichkeiten und vergabelten Erzählreihenfolgen können sich die Besucher*innen durch den Park schlängeln und dabei bei einem Spaziergang einiges über das, was der Park ist, was er war und was er vielleicht hätte sein können, erfahren.

 

Zeche Zollverein und Ruhr-Museum

Auch auf dem Gelände des UNESCO-Weltkulturerbes Zeche Zollverein in Essen lassen sich entspannte Spaziergänge inmitten von Industriekultur, die in die Ruhe gekommen ist, machen. Doch ein weiteres Highlight auf dem Gelände bietet das Ruhr-Museum. Neben der Dauerausstellung, die die Industriegeschichte des Ruhrgebiets anschaulich beleuchtet und auf drei Etagen der ehemaligen Kohlewäsche die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Region thematisiert, werden regelmäßig Sonderausstellungen eröffnet. Am 11. Mai öffnet beispielsweise die Ausstellung „100 Jahre Ruhrgebiet. Die andere Metropole“, die Infrastruktur, Mobilität, Kulturleben und Architektur sowie die sozialen und gesellschaftlichen Verhältnisse des größten Ballungsraums Deutschlands seit Beginn der Gründung des Siedlungsverband Ruhrkohlenbezirk (SVR) zeigt. Und auch virtuell kann man derzeit einen Museumsbesuch machen. Auf zeitalterderkohle.de können Interessierte einen Rundgang durch die Sonderausstellung „Das Zeitalter der Kohle. Eine europäische Geschichte“ starten und über die geschichtlichen, kulturellen und technischen Dimensionen des Rohstoffs lernen.
Preise: Dauerausstellung: 8 Euro/erm. 5 Euro. Sonderausstellung: 7 Euro/erm. 4 Euro. Kombi: 10 Euro/erm. 6 Euro.

 

Theater aus dem Pott und darüber hinaus

Trotz leerer Säle arbeiten auch die Schauspielhäuser des Ruhrgebiets weiterhin an Programmen und Möglichkeiten, Kulturbegeisterten ihr Angebot näher zu bringen. Das Theater Dortmund bietet beispielsweise einige Highlights der letzten Jahre kostenlos unter dem Motto „Mitschnitt & Chill“ an, darunter „Hamlet“, die bombastische Mediensatire „Die Show“ oder auch das Sexploitation-Live-Hörspiel „Sexmonster!“. Auch das erst im Februar angelaufene Lolita „(R)Evolution“ ist frei verfügbar. Die Seite nachtkritik.de hat außerdem einen kompletten Online-Spielplan mit allen streambaren Angeboten erstellt. Auch das Schauspielhaus Bochum lässt Theaterfreunde nicht allein und stellt mit „Judas“ eine intensive, einstündige Performance mit Schauspieler Steven Scharf zur Verfügung. Die Aufnahme findet Ihr auf schauspielhausbochum.de.

:Stefan Moll
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