Die Welt von Gestern
Kopftuchverbot an Uni-Klinik
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Medizinstudis der RUB beklagen die Diskriminierung durch das Kopftuchverbot an der Uniklinik Marien-Hospital in Herne, nun äußert sich auch das Rektorat der RUB.

Das Kopftuchverbot am Arbeitsplatz bleibt ein großflächig diskutiertes Thema. Angestoßen durch die Kündigung auf Grund des Tragens eines Kopftuchs während der Arbeitszeit einer Auszubildenden im Herner Marien Hospital, werden nun Stimmen der Medizinstudierenden der RUB laut. Das Marien-Hospital gehört zu einer der größten und ältesten Krankenhausgruppen im Ruhrgebiet, der St. Elisabeth Gruppe (SEG)- Katholische Kliniken Rhein-Ruhr, und ist ebenso Teil des Universitätsklinikums der RUB. Der Vorwurf der Studierenden ist nun, dass die katholische Krankenhausgruppe Student:innen und angehende Ärzt:innen mit dem Kopftuchverbot diskriminiere und benachteilige und wandten sich in einem Schreiben an die Chefärzt:innen der zugehörigen Krankenhäuser. Das Studierendenparlament fordert nun mit Unterstützung des Dekanats die Aufhebung des Kopftuchverbots an der Uniklinik.  
In der Vergangenheit sei es laut Angaben der Studierenden immer wieder zu Belästigungen und Diskriminierungen gekommen, weil ein Kopftuch getragen wurde. Das Klinikum selbst bezeichnet den jüngsten Vorfall als bedauerliches Missverständnis durch Fehler in der Kommunikation, man habe versäumt, bereits im Vorstellungsgespräch darauf aufmerksam zu machen, dass die Studentin kein Kopftuch am Arbeitsplatz tragen dürfe. 
In einem offiziellen Statement des Rektorats der Ruhr-Uni distanziert man sich ausdrücklich vom Kopftuchverbot am Marien Hospital und arbeitet nun an einer Lösung. Rektor Prof. Dr. Martin Paul und die Prorektorin für Diversität Prof. Dr. Isolde Karle äußern sich zum Kopftuchverbot eindeutig. Das Kopftuchverbot an der Uniklinik sei nicht im Einklang mit den Werten der RUB. Die Universität verpflichtet sich mit der Charta der Vielfalt einer Vielfalt von wissenschaftlichen Diskursen und weltanschaulichen Diskursen und Perspektiven. Die Diversität wird als Gewinn für die Universität und der akademischen Gemeinschaft gesehen. Man bestrebe, jegliche Diskriminierungen zu reduzieren und zu verhindern, sowohl im Verhalten der Studierenden und Angestellten als auch in der Kommunikation in der Forschung und Lehre. Diese Erwartungen gelten ebenso für Institutionen, die mit der Ruhr-Uni kooperieren. 
Die Universitätsleitung ist nun im Gespräch mit der Krankenhausgruppe, um sicherzustellen, dass eine Unternehmenspolitik der Diversität und Inklusion umgesetzt werde, die mit den Werten der RUB vereinbar sind. Rektor Paul ist aufgrund der bisherigen Kontakte zuversichtlich, dass man in Kürze eine Lösung anzubieten habe. 

:Artur Airich

 

 

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