Konversionstherapien in den Vereinigten Staaten
Konversionstherapie - ein globales Problem
Bild: leda
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International. Während in einigen Ländern gesetzliche Verbote gegen diese Konversionstherapien durchgesetzt wurden, sind sie dennoch in vielen Ländern, zumindest zu einem gewissen Grad, erlaubt. Hier ein selektierter Einblick in die Gesetzesgrundlage sowie die tatsächliche Praxis in den USA.

In den USA gibt es kein staatenübergreifendes Verbot von Konversionstherapien, doch etwa ein Drittel der Staaten haben mittlerweile ein gesetzliches Verbot durchgeführt – dies oft bezüglich Minderjähriger. Zusätzlich gibt es auch gesetzliche Verbote in kleineren Regionen und Städten, beispielsweise Miami. Dies bedeutet aber auch: In etwa zwei Drittel der US-Staaten wurde noch kein Verbot durchgesetzt, auch wenn dies häufig im Gespräch war.
Das Williams Institute der UCLA hat im Sommer 2019 in einer aktualisierten Version einer Studie von 2018 erklärt, dass etwa 698.000 Mitglieder der LGBTQIA*-Community in den USA eine Konversionstherapie durchgemacht hätten – davon etwa die Hälfte als Jugendliche. Durch das Verbot in einigen Staaten wären etwa 10.000 Jugendliche der US-amerikanischen LGBTQIA*-Gemeinschaft davor beschützt worden.
Eine der bekanntesten Organisationen, die sich für Konversionstherapien einsetzten ist Hope for Wholeness – unter dem Slogan ‚,Freedom from homosexuality through Jesus Christ’’ wird online „Hilfe“ angeboten und es wird mit positiven Statements von Menschen geworben, denen oder deren Angehörigen ,geholfen’ wurde. Allerdings kam erst diesen Sommer eine mehr oder weniger überraschende Nachricht: McKrae Game, Gründer der Organisation, hat sich als schwul geoutet. Es sind Neuigkeiten wie diese, die darauf hinweisen, dass hinter den Vertreter*innen dieser Organisationen oftmals Menschen stecken, die selbst unsicher in ihrer sexuellen oder Geschlechtsorientierung sind und ihre internalisierte Homo- oder Biphobie auf andere projizieren – und somit unzähligen Menschen schaden.

:Charleena Schweda