Sexuelle Identität: So austauschbar wie SchauspielerInnen?
Kommentar: Streitpunkt schwuler Sulu
Foto: Gage Skidmore, Wikimedia Commons CC-BY-SA-2.0
It’s okay to be Takei: Warum sollte ausgerechnet LGBT-Aktivist George Takei etwas dagegen haben, dass der neue Sulu homosexuell ist? Foto: Gage Skidmore, Wikimedia Commons CC-BY-SA-2.0
It’s okay to be Takei: Warum sollte ausgerechnet LGBT-Aktivist George Takei etwas dagegen haben, dass der neue Sulu homosexuell ist?

Im neuen Star-Trek-Film, der am 22. Juli in die Kinos kommt und die veränderte Zeitlinie der Originalserie rund um Kirk und Co. weiterführt, werden Ehemann und Tochter des Charakters Hikaru Sulu (ursprünglich gespielt von George Takei, im aktuellen Film von John Cho) zu sehen sein. „Moment mal – seit wann ist Sulu schwul?“, fragten sich daraufhin (nicht nur) die Fans.

Der Guardian titelte: „George Takei: Sulu im neuen Star Trek schwul zu machen ist ‘sehr unglücklich’“. Dabei ist Takei selbst homosexuell – und musste es zugunsten seiner Karriere lange verbergen. In einem Facebook-Post stellte der LGBT-Aktivist klar, dass er aus dem Kontext gerissen zitiert wurde: „Ich bin nicht enttäuscht, dass es einen schwulen Charakter gibt.“ Er hätte es aber vorgezogen, Gene Roddenberrys Originale zu respektieren und etablierte Charaktere nicht neu zu erfinden, sondern andere zu kreieren: „Ich fühle mich zwar geschmeichelt, dass die Figur Sulu als Hommage an mich ausgewählt wurde, aber es ging nie um mich oder was ich wollte. Es ging darum, Genes Vision treu zu bleiben.“

„Wir haben jetzt auch ’nen Schwulen!“

Dass es einen namhaften LGBT-Charakter bei Star Trek gibt ist eine lange überfällige Entwicklung – dass es allerdings ein vom Erfinder explizit heterosexuell geschriebener sein muss ist durchaus kontrovers. Wo ist die Grenze zwischen „dem Original treu bleiben“ und „in einer alternativen Zeitlinie neue Sachen einbauen“? Kann man sexuelle Identität doch einfach ändern?

Ich persönlich hätte einen pansexuellen Kirk (der schon im Original sexuell sehr aufgeschlossen und promiskuitiv war) glaubhafter gefunden. Sulu beiläufig als braven, homosexuellen Familienvater zu porträtieren sollte wohl zeigen, wie „normal“ das im 23. Jahrhundert ist. Die Art und Weise wie es noch vor dem Start des Filmes angekündigt wurde wirkt aber eher wie: „Schaut her, wie haben jetzt eine weitere Minderheit! Was sind wir toll!“

Den Charakter schwul zu machen, dessen Darsteller schwul war, mag als nette Geste gedacht worden sein – aber manchmal ist das Gegenteil von gut eben gut gemeint.

:Stefanie Lux

 

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