* Dieser Artikel enthält Spoiler – Lesen auf eigene Gefahr!
Kommentar: Niemand mag Spielverderber …
Illustration: lux
Achtung, Spoiler: Weiterlesen auf eigene Gefahr! Illustration: lux
Achtung, Spoiler: Weiterlesen auf eigene Gefahr!

Wie man vom WM-Helden zum nächsten Ehrengast einer roten Hochzeit wird, hat Mario Götze letzte Woche eindrucksvoll bewiesen: Spoilern was das Zeug hält. Der Fußballer machte den Fehler, auf Instagram direkt nach Ausstrahlung der neuesten „Game of Thrones“-Folge zu jubilieren, dass – letzte Chance, sich nicht spoilern zu lassen! – Jon Snow lebt. Ein Fauxpas, den ihm wohl so schnell keineR verzeiht. Wer mag schon Spoiler?

Der Begriff kommt aus dem Englischen und ist abgeleitet von „to spoil“, was so viel heißt wie verderben, ruinieren, berauben. Götze ist somit zum Spielverderber erster Klasse geworden, als er das lange und gut gehütete Geheimnis unbedarft mit dem Post lüftete: „#Goetzeguckt #GoT #JonSnowHe‘salive!“

Das Internet reagierte empört und bezeichnete ihn als „Trottel“, „Vollidiot“ und „Hurensohn“. „Spoiler mag niemand“ war die vorherrschende Meinung, die mal zornig, mal resigniert („Blöd, hat noch nicht jeder gesehen“) zum Ausdruck gebracht wurde. Angesichts der teils harsch formulierten Angriffe verteidigen die Fans ihn aber mittlerweile auch und geben Götze den gut gemeinten Tipp, das nächste Mal doch mit #Spoiler zu warnen.

Das Internet – unendliche Spoiler

Dank Internet ist unser Leben zumindest in einer Hinsicht schwerer: Sobald die nächste Folge der Lieblingsserie oder das lang ersehnte Buch endlich draußen ist, gibt es sie schon: diese eine Person, die der Netzgemeinde mitteilen muss, dass Elena jetzt träumt statt Vampirtagebücher zu schreiben, Han Solo den neuesten Sternenkrieg nicht überlebt oder Dumbledore den Elderstab abgibt. Und so manch eineR reagiert recht verschnupft, wenn Neuigkeiten über Tod, Auferstehung, Hochzeit oder Transformation des Lieblingscharakters das hemmungs- und ahnungslose Mitfiebern unmöglich machen.

Mit Scheuklappen durchs Internet (und Leben) zu pirschen und beim kleinsten Hinweis auf Spoiler die Richtung zu wechseln, kann aber mehr als anstrengend sein. Dabei sollte man auch zwischen zufälligen und bösartigen Spoilern unterscheiden: Beiläufig zu lesen, dass Shailene Woodleys Bestimmung ist, als Leiche auf der großen Leinwand zu erscheinen, ist eine Sache. Eine andere ist es, wenn der nervige Kommilitone seine Flirtversuche mit Spoilern spickt: „Ah, du hast also gerade angefangen, „Pretty Little Liars“ zu gucken? Bist du schon da, wo sie herausfinden, dass Mona ‚A‘ ist?“. Und natürlich ist man genau da noch nicht gewesen. Flirtversuch mehr als gescheitert. Spoiler mag eben niemand.

Nimm Rücksicht, benutze #Spoiler

Dank Götze wissen wir jetzt jedenfalls, dass Jon Snow lebt. Und das, obwohl so ziemlich jeder mit der Serie in Verbindung stehende Mensch die letzten Monate damit verbracht hat, die Fans an der Nase herumzuführen. Blöd gelaufen. Aber eigentlich auch naiv anzunehmen, dass man nach Erstausstrahlung der Folge diesen Spoiler hätte vermeiden können, ohne sich mit null Kontakt zur Außenwelt auf eine einsame Insel zurückzuziehen.

Der Post von Mario Götze war mit Sicherheit nicht der erste Jon-Snow-lebt-Spoiler– höchstens der erste einer berühmten Person. Dass man sich damit zur Zielscheibe macht, mag ihm nicht bewusst gewesen sein – nächstes Mal wird er sich mit #Spoiler gegen das Wüten der Scheuklappenherde zu schützen wissen.

:Stefanie Lux

Autor(in):