Mainstream ist jetzt cool
Kommentar: Kein Bock auf Rebellion? Sinus-Studie attestiert Jugendlichen Angepasstheit

Noch nie sei die deutsche Jugend so wenig rebellisch gewesen wie heute – heißt es im Hauptergebnis der neuen Sinus-Jugendstudie, die SozialwissenschaftlerInnen am 26. April in Berlin vorstellten.

Die Studie ergab, dass sich Jugendliche zwischen 14 und 17 sehr danach sehnen, sich aufgehoben zu fühlen und akzeptiert zu werden. Außerdem wünschen sie sich immer mehr Geborgenheit, Halt und Orientierung in zunehmend unübersichtlichen Verhältnissen einer globalisierten Welt.

Heißt das, dass Metal hörende Kids sich nicht mehr mit Hip-Hop affinen Teenies in die Haare bekommen? Das wäre doch endlich mal etwas. Die Jugend von heute sei toleranter und anpassungsfähiger, diese Eigenschaften müssen keine negative Konnotation beinhalten. Mainstream muss nicht immer schlecht sein. Ein respektvolles Miteinander sorgt für Harmonie.

Teenie-Eltern adieu?

Laut der Sinus-Jugendstudie ist Sex mittlerweile nicht das Wichtigste in einer Beziehung. Einige Befragte erklärten, dass bloß nebeneinander einzuschlafen ideal sei.

Noch vor einigen Jahren boomte der „Trend“ frühreifer Teenies mit vielen SexpartnerInnen, die aus Unachtsamkeit Eltern wurden. Laut Studie sagen Jugendliche heute, dass ständig wechselnde Beziehungen nicht gut angesehen seien und dass sie bis spätestens 35 eine Familie gründen möchten. Eine reifere Einstellung, als von manchen meiner KommilitonInnen.

Aus der Reihe tanzen?

Ich persönlich habe tolerante Eltern, daher konnte ich ohne Probleme in einige Subkulturen reinschnuppern, mich als Tierschutzaktivistin oder Punkerin mit quietsch-bunten Haaren ausprobieren. Letztendlich habe ich auch bloß den Wunsch nach einer harmonischen Gesellschaft. Es ist meines Erachtens nicht wichtig, ob Jugendliche aus der Reihe tanzen müssen. Ob man nun individuelle, experimentelle Phasen durchlebt oder eben Mainstream ist – das Ziel vieler, egal welcher Generation, ist das gleiche: Nicht alleine die unübersichtliche Welt erleben. 

 

 

:Katharina Cygan