Sinn oder Unsinn der Jagd
Kommentar: Ignorance is bliss
Bearbeitung: kac
JägerInnen sind nicht bloß MörderInnen: In den Wäldern muss die Populationsdichte kontrolliert werden. Bearbeitung: kac
JägerInnen sind nicht bloß MörderInnen: In den Wäldern muss die Populationsdichte kontrolliert werden.

Das Meinungsforschungsinstitut forsa hat herausgefunden, dass 83 Prozent der deutschen Bevölkerung mehrmals die Woche Fleisch essen. Der Scheuklappen-Gesellschaft wird Fleisch wie ein Netz Orangen angeboten. Fleischkonsumierende beschäftigen sich kaum damit, wie das Schnitzel in den Supermarkt kommt. Meiner Meinung nach gäbe es mehr VegetarierInnen, wenn jedeR FleischliebhaberIn einmal selbst die Erfahrung einer Jagd machen würde. (Dieser Kommentar wird nicht die Perversion des Jagens für Trophäen einbeziehen.)

Vor tausenden von Jahren in der Jäger-und-Sammler-Gesellschaft gab es eine Arbeitsteilung, die sich zum Erfolgsmodell entwickelte. Im Laufe der Industrialisierung, dem Streben nach Profit kam es letztendlich zur Massentierhaltung: Überproduktion und anonymes Fleisch,  dessen Ursprung verschleiert ist.  Die Gesellschaft zeigt sich meist mit einer „ignorance is bliss“-Haltung. Je weniger man weiß, desto glücklicher ist man.

Viele Fleischkonsumierende befassen sich zu wenig mit der Herkunft ihrer Nahrung. Einige möchten das rohe Fleisch gar nicht als Tier wahrnehmen, sondern es nur verzehren. Sie nehmen in Kauf, dass Tiere auf perverse Art gehalten werden, nur damit sie ihrem Verlangen nach Fleisch nachgehen können.

Natürliche Feinde

Ausgebildete JägerInnen kontrollieren die Populationsdichte der Tiere. GegnerInnen der Jagd behaupten, dass die Natur es selbst könnte. Sie vergessen jedoch, dass der Mensch ein Teil dieser ist und in die Natur eingreift, wie zum Beispiel mit dem Ausbau der Infrastruktur. In Deutschland haben Wildtiere kaum natürliche Feinde, weil es kaum Füchse, Bären und Wölfe gibt. Damit Hirsche oder Wildschweine genug Futter in den Wäldern haben und es nicht zu einer Plage kommt, werden gewisse Tiere zum Freischuss gestellt.

Würde sich also einE FleischliebhaberIn auf die Jagd machen, weil gerade beispielsweise 1.000 Wildschweine geschossen werden dürfen, dann würde den meisten wahrscheinlich der Appetit auf Fleisch vergehen. Man hat direkt vor Augen, wie das Leben in dem Tier erlischt.

:Katharina Cygan