„rudirockt“ in Bochum: Abschlussparty im Riff
Kochen für KommilitonInnen
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Neue Leute kennenlernen mit „rudirockt“: Tim (2. v. l.)war auf einmal mittendrin.Foto: tims
Neue Leute kennenlernen mit „rudirockt“: Tim (2. v. l.)war auf einmal mittendrin.

Unbekannte Menschen, unbekanntes Essen, große Erwartungen: Wer bei „rudirockt“ mitmacht, darf nicht nur seine Kochkunst unter Beweis stellen, sondern kann nebenbei noch von WG zu WG hetzen, ohne zu wissen, was ihn/sie erwartet. Die :bsz hat sich bei „rudirockt“ eingeschlichen. 

Das Prinzip ist einfach: Man nehme eineN MitbewohnerIn oder FreundIn, bildet ein Team, meldet sich gemeinsam auf einer Plattform an und entscheidet, welches Essen das Team vorbereiten möchte: Vor-, Haupt- oder Nachspeise? 

Pro Gang trifft das Team auf zwei unbekannte andere Pärchen, einmal in der eigenen Küche, in der dann die zugeloste Speise diniert wird. Und zweimal in fremden Wohnungen mit wiederum neuen Leuten, sodass man am Ende des Abends mindestens zwölf neue Menschen kennengelernt hat. „Ich finde es schön, dass man durch ’rudirockt’ die Möglichkeit hat, neue Leute kennenzulernen, die man durchs Studium eher nicht getroffen hätte“, sagt Carina (25), die gemeinsam mit ihrer Freundin Melina (25) zum ersten Mal bei „rudirockt“ dabei war. 

Die beiden RUB-Studierenden haben als Hauptgericht einen französischen Zwiebelkuchen vorbereitet, mit französischem Wein, Baguette und Camembert. Und dabei im Eiltempo die halbe Stadt durchquert.

Mittendrin, ohne offiziell dabei zu sein

Der organisatorische Ablauf ist dabei nicht zu unterschätzen: Die beiden Freundinnen mussten ihre Hauptspeise vorbereiten, waren dann um 18:30 Uhr zur Vorspeise in der ersten fremden WG, kamen dann um kurz vor acht zurück in Carinas Wohnung, wo es dann kurze Zeit später wieder an der Tür klingelte und die nächsten GästInnen willkommen geheißen wurden. „Es war fast schon ein bisschen stressig, aber eher positiver Stress, weil es direkt weiterging mit den nächsten Gästen“, befand Melina. „Wir hatten bei der Vorspeise schon gut was getrunken, die Gastgeber empfingen uns schon mit Hugo und Wein.“ 

Ich, nebenbei auch noch Freund von Carina, war als Außenstehender mittendrin im Geschehen und half ein wenig bei der Vorbereitung. Als dann die vier neuen GästInnen zu uns in die Wohnung kamen, konnte ich mich später über eine Einladung bei Till und Jonas freuen. „Wir konnten Tim ja nicht allein in der Wohnung lassen, da die Girls ja wieder auf den Weg in die nächste Wohnung waren. Da haben wir ihn zur Himbeer-Nachspeise mit Glühwein eingeladen“, sagt Till, Architekturstudent aus Münster, der mit seinem besten Freund Jonas beim running dinner mitgemacht hat. 

Ich persönlich freute mich über die Einladung und über den ersten Glühwein des Jahres. Und war unverhofft Teil dieser lustigen Veranstaltung, die mit einer Abschlussparty im Riff endete. 

„rudirockt“ wieder

Das Konzept „rudirockt“ wurde 2013 von der Bundesregierung und der deutschen Industrie im Rahmen der Standortinitiative als „ausgezeichneter Ort im Land der Ideen“ prämiert und wird von der RWTH Aachen unterstützt. Sogenannte running dinners gab es bereits zuvor in vielen europäischen Städten und werden unter anderen Namen wie „Run&Dine“ oder „Flying Dinner“ organisiert. Das nächste „rudirockt“ Bochum wird es im Frühjahr 2017 geben. Höchstwahrscheinlich werde ich dann auch als offizieller Teilnehmer dabei sein.  

Gastautor :Tim Schwermer