Politiker und Punk Wölfi wettert gegen Poetry Slam
Klein(kunst)krieg in WAT
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„Eine offene Kunstform“: Jan Bühlbecker moderiert den 00 Slam vor 50 Leuten. Foto: mar
„Eine offene Kunstform“: Jan Bühlbecker moderiert den 00 Slam vor 50 Leuten.

Was für Kultur soll es künftig in Bochum, vor allem in Wattenscheid, geben? Wenn es nach Wolfgang „Wölfi“ Wendland, Sänger der Punk-Band Die Kassierer und Lokalpolitiker, geht, wohl anscheinend keinen Poetry Slam. Auf Facebook äußerte er sich abfällig gegen diese Kunstform. Das kann Slammer Jan Bühlbecker aus Wattenscheid nicht auf sich sitzen lassen.

In einer Facebookdiskussion schrieb Wendland: „Ist Poetry Slam wirklich der Wunsch der jungen Menschen in WAT oder eher ein Hobby der sie betreuenden Sozialarbeiter?“ 

Der 21-jährige Jan Bühlbecker nimmt nicht nur seit Jahren an Poetry Slams teil, sondern organisiert auch zusammen mit Monika Marlok den 00 Slam in Wattenscheid. „Aus Bock auf die Sache und aus Überzeugung“, schreibt er auf seiner privaten Facebookseite und witzelt gegenüber der :bsz: „Wenn jetzt ein Sozialarbeiter käme und sagen würde: ‚Hier sind tausend Euro für euren Slam‘, dann würden wir die auch annehmen.“

Passiert sei das allerdings noch nicht. Der Dichtendenwettstreit ist bereits fünf Mal ausgetragen worden – ohne öffentliche Unterstützung. Auch das Heroes, in dem der Slam stattfindet, habe einen privaten Träger, sagt Bühlbecker. 

Es kommt drauf an, was für Kultur man fördert

Über Wendlands Äußerungen ist der Slammer verwundert, Wölfi habe sich sonst immer für Kultur in der Stadt eingesetzt. Auf Poetry Slams könne jedeR eine Bühne für seine Kunst bekommen. Anscheinend habe Wendland sich nicht wirklich damit auseinandergesetzt, sagt Bühlbecker. „Deshalb haben wir ihn herzlich zu unserem nächsten Slam eingeladen.“ 

Der Berufspunk hingegen nahm die Diskussion wohl zum Anlass, im größten sozialen Netzwerk weiterzuspotten: „Ich hab jetzt erst gemerkt, dass Poetry Slam eine Steigerungsform von prätentiös ist.“

:Marek Firlej

 
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