Zoo gewährt nächtliche Einblicke in seine Fauna
Klangkunst, Kattas und Killer der See
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Mark Iwaszkiewicz am Didgeridoo: Ein Großteil des Publikums schloss die Augen und entspannte in der Dämmerung. Foto: tom
Mark Iwaszkiewicz am Didgeridoo: Ein Großteil des Publikums schloss die Augen und entspannte in der Dämmerung.

Der Tierpark Bochum hat am vergangenen Freitag in Kooperation mit dem Team der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet e.V. zum zweiten Mal zur „Nacht der Natur“ geladen. BesucherInnen wurden meditativ musikalisch auf einzigartige Einblicke in das Nachtleben der Tiere eingestimmt.

„Wir starten musikalisch, atmosphärisch, klangvoll“, begrüßt die Moderatorin Judith Becker die Gäste. Von Beginn an stehen alle Zeichen auf Entspannung. Der Klangkünstler und Atempädagoge Mark Iwaszkiewicz (siehe Bild) erklärt, dass die BesucherInnen im Folgenden ein Klangspiel diverser ursprünglicher und unverstärkter Instrumente zu erwarten haben, inklusive Didgeridoo, Indianerflöte und Gongs. Der Künstler hofft, „dass auch die Tiere mittönen“ – und das taten sie. Hat man zu Beginn nur die Instrumente wahrgenommen, mischte sich bald vielstimmiger Graupapagei-Gesang zum Stück. Man vertieft sich, wenn man sich denn darauf einlässt, so sehr in die sphärische Musik, dass man schlussendlich entspannt und gut gelaunt die nächtliche Tierpark-Führung antreten kann.

Charmante Tier-Tour

Die BesucherInnen wurden direkt im Anschluss an das Konzert von Parkführer Dominik Cieslik in Empfang genommen und zu den Kattas eskortiert, welche gemäß dem Motto „Schlafen, Essen, Spielen“ leben, so Cieslik. Er betont dabei die Vorteile einer Aufzucht im Zoo: In der Wildnis hätten Kattas eine Lebenserwartung von 15 Jahren, im Tierpark beliefe sich diese auf 30 Jahre; auf diese Art würde eine Nachzucht erleichtert.

Gegen Ende der Führung wartete eine Konfrontation mit den Killern der See, den Schwarzspitzen-Riffhaien. Allerdings seien die Tiere an bereits tote Nahrung gewöhnt und stellten so keine Bedrohung dar. Cieslik nutzt die Gelegenheit und gibt seinen ZuhörerInnen noch einen lehrreichen Fakt mit auf den Weg: „Es sterben mehr Menschen durch herabfallende Kokosnüsse als durch Haie.“ Haltet Euch also von Palmen fern.

:Tobias Möller