Am 73. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz wird auch in Bochum der Opfer gedacht
Keinen Namen vergessen
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Hinter jedem Namen ein Schicksal: Eine Stunde bildeten die Transparente eine Gasse in der Kortumstraße. Foto: lor
Hinter jedem Namen ein Schicksal: Eine Stunde bildeten die Transparente eine Gasse in der Kortumstraße.

Kundgebung. Zum 73. Jahrestag der Befreiung von Auschwitz erinnerten BochumerInnen an über 700 Shoa-Opfer der Stadt.

Ruhig und mit klarer Stimme lesen sie Namen und Orte vor. Es sind die Schicksale der während des NS-Regimes verschleppten, gefolterten und ermordeten BochumerInnen, die die InitiatorInnen der Kundgebung „Nie wieder“ vortragen. Zur Erinnerung an die Befreiung des Konzentrations- und Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau durch die Rote Armee initiierten „Bündnis gegen Rechts“ gemeinsam mit AntifaschistInnen die einstündige Gedenkveranstaltung.

Bereits im Vorfeld (:bsz 1154) wurden Transparente mit den Namen der Opfer versehen. Diese wurden an der Kortumstraße in Höhe des Husemannplatzes so gehalten, dass eine Gasse gebildet wurde. Parallel lief das Verlesen der Namen. PassantInnen hatten die Möglichkeit, die Transparente zu vervollständigen.

Weiter gedenken

„Es ist eine riesige Bandbreite aus Bochum, die umgebracht wurde. Ich denke, dass man das öffentlich thematisieren soll, wie viele das waren“, erklärte Chris, Bochumer Antifaschist und Teil des Organisationsteams im Vorfeld der Veranstaltung. Ziel des Konzeptes war auch, PassantInnen zu involvieren: Viele bleiben tatsächlich stehen. „Gerade das Verlesen der Namen, so sachlich und ruhig, ist besonders eindrucksvoll“, erklärte eine Passantin. 

Neben dem Opfergedenken stand auch die Demonstration gegen Faschismus und Antisemitismus im Vordergrund. Man müsse gerade den Gedenktag nutzen, um Verstand und Wissen aufrechtzuerhalten und weiterzugeben, so der Ankündigungstext. Niemals aufhören, daran zu erinnern, gerade vor dem Hintergrund des gesamteuropäischen Rechtsrucks, ist auch für Reiner und Angelika, Ehepaar aus Bochum, unerlässlich: „Es wird immer wichtiger. Was hier in Deutschland mittlerweile passiert, ist wirklich jammervoll.“ 

Auch die Polizei war mit drei Mann vor Ort, musste jedoch abgesehen von einem kleineren Zwischenfall nicht eingreifen. 

:Andrea Lorenz