RUB-Campus uncooler Unort? Fachschaftsrat Geschichte ohne Party-Location
Keine (Nicht-)Hutparty – nirgends
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Fachschaftsparty Geschichte: Kein Hut im KulturCafé. - Foto: mb
Fachschaftsparty Geschichte: Kein Hut im KulturCafé.

Der Sektempfang des Autonomen Schwulenreferats der Ruhr-Uni ist nicht das einzige Traditionsevent, das in diesem Semester den verschärften Party-Regelungen im KulturCafé zum Opfer fällt: Auch der Fachschaftsrat (FSR) Geschichte hat seine traditionelle „Hutparty“ fürs Wintersemester abgeblasen und unter anderem auf Facebook eine „Nicht-Hutparty“ ausgerufen. Geht die Party-Kultur auf dem RUB-Campus bald komplett den Bach runter?

Anders als beim „Schwulen Sektempfang“, der im Wintersemester laut der aktuellen Programm-Publikation des Autonomen Schwulenreferats unter anderem „bürokratischer Willkür“ zum Opfer gefallen sei (siehe :bsz 1019), habe es mit der Raum- und Terminfindung für die traditionelle „Hutparty“ wie „in den vergangenen Jahren“ keine Probleme gegeben, sagt der FSR Geschichte in einer der :bsz vorliegenden Stellungnahme. In diesem Fall war es der Fachschaftsrat selbst, der bereits auf seiner Sitzung am 15. Juli 2014 einstimmig beschloss, „von einer zukünftigen Nutzung des KuCafs für die Hutparty abzusehen“.

Brandschutz als Party-Killer

„Den Hintergrund für diese Entscheidung lieferte die Bekanntmachung des Ergebnisses einer Brandschutz-Begehung“, so heißt es in der Stellungnahme weiter. „Aufgrund fehlender Fluchtwege und Notausgänge“ seien das KulturCafé (KuCaf) samt angeschlossenem AusländerInnenzentrum (AZ) „strenggenommen nicht für Partys unserer Größenordnung zulässig. Die Erfahrung zeigt seit Jahren, dass wir diese Zahl mehr als deutlich überschreiten“, stellt der FSR fest.

„Moralisches Risiko“

Seitens des AStA sei jedoch „mehrfach mündlich versichert“ worden, „dass die neuen Brandschutzvorschriften keine weiteren Konsequenzen für größere Fachschaftspartys nach sich ziehen“ und „lediglich kleinere Fachschaftspartys, die bisher ausschließlich im AZ stattgefunden haben, von nun an untersagt“ würden. Inoffiziell werde eine größere Personenzahl bei Partys weiterhin geduldet und nach Aussage des AStA sei in einem hypothetischen Schadensfall nicht der Fachschaftsrat selber, sondern der AStA und der Geschäftsführer des KuCafs haftbar. Es gelang dem AStA jedoch nicht, den FSR Geschichte umzustimmen. Dieser sei laut eigener Angaben nicht bereit, das „moralische“ Risiko zu tragen. Dennoch betrachten die HistorikerInnen KuCaf-Partys insgesamt nicht als gefährdet: „Kleinere Partys von maximal 198 Leuten können ja laut der neuen Brandschutzvorschriften bedenkenlos durchgeführt werden.“ Zudem sei die Möglichkeit eines Umbaus signalisiert worden, um den Vorschriften auch für größere Partys wieder vollauf gerecht zu werden.

Keine Party-Auslagerung

Gegen eine Verlegung seiner Hutparty in einen campusfernen Club habe sich der FSR Geschichte bewusst entschieden und „die Angebote ausgeschlagen, weil wir einen Campus ohne Partymöglichkeiten für eine schreckliche Vorstellung halten“: „Die Uni wird jenseits des Lehrbetriebs völlig unattraktiv“ – „eine technoide Lernfabrik am Rande der Stadt“, warnen die Historiker. Eine Nicht-Hutparty etwa auf der grünen Wiese vor den G-Gebäuden wäre aus Sicht des FSR auch keine Alternative: „Wir haben kein Interesse an kurzfristigen Aktionen“, heißt es in der Stellungnahme. „Vielmehr wollen wir mit dem AStA, boskop und weiteren Fachschaftsräten intensiv zusammenarbeiten, um dauerhaft neue Möglichkeiten auf dem Campus zu schaffen, die besonders für Fachschaftsräte tragfähig sind.“