Was sind die Ursachen für das gute Abschneiden der AfD?
Kein Türbreit der AfD?

Kommentar. #BTW2017 – 12,6 Prozent für die AfD. Das ist für viele ein Trauerspiel. Für mich die Frage „Was läuft schief in diesem Land?“

12,6 Prozent für KandidatInnen der Alternative für Deutschland. Erstmal so in den Raum stellen und sacken lassen. Einige Tage nach der Auszählung werden die meisten den ersten Schock dieses Ergebnisses wohl überwunden haben. Natürlich wird es Widerstand hageln. Es wird Demos geben, auf denen Plakate und Schilder hochgehalten werden und lauthals „Nazis raus“ gebrüllt wird bis zur mehrtägigen Heiserkeit. Eine Form des Protests, die ich absolut befürworte, solange niemand – und ich meine wirklich keinen der einen oder anderen Seite – zu Schaden kommt.

(K)ein Fall für die Klapse

Dennoch bedeuten diese 12,6 Prozent nicht, dass die Wahlberechtigten den Zweiten Weltkrieg und deren Schrecken vergessen haben. Es heißt auch nicht zwangsläufig, dass jedeR WählerIn geistig umnachtet ist und mit sofortiger Wirkung für unmündig erklärt werden darf. Im Gegenteil, die Frage, die über diesem Ergebnis schwebt, ist die: Was hat die AfD (trotz medialem Gegenwind, hitzigen Debatten, dem expliziten Ausladen aus Podiumsdiskussionen etc.) was andere Parteien nicht haben? Nicht jede dieser Stimmen muss gefallen sein, weil die AfD überzeugende Argumente hat. Ein Teil dieser Stimmen drücken weniger „ich bin pro AfD“ als „ich bin contra alles andere“ aus. Das geht auch aus den Antworten auf die Frage „Warum haben sie AfD gewählt“ auf Zeit online hervor. Viele argumentieren damit, dass sie die CDU an ihre konservativen Werte erinnern wollen. Eine Partei, die sich 2012,6 gründete, seitdem derart in Kritik steht, und dennoch dieses Ergebnis holt, ist für mich ein klares Zeichen der Unzufriedenheit mit den Alternativen. Ein Teil der WählerInnen ist der Meinung, in den anderen Parteien nicht gehört zu werden, sich nicht vertreten zu sehen. Statt Menschen mit Ängsten (die immer irrational sind, häufig aus mangelndem Wissen resultieren und sich mit Aufklärung beheben lassen) mit Spott und Verachtung zu begegnen, könnte und sollte man auf Aufklärung setzen. Eine Partei abwechselnd nieder zu brüllen oder zu ignorieren, nimmt niemandem Angst, sondern bestärkt in dem Gefühl, nicht gehört zu werden.

:Kendra Smielowski