Mehr Geld für Studis
Kein Geld, keine Kekse
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Nicht einfach zu durchschauen: Papierberge von Anträgen, die man durchforstet, um ans Ziel zu gelangen. Bild: stem
Nicht einfach zu durchschauen: Papierberge von Anträgen, die man durchforstet, um ans Ziel zu gelangen.

Kommentar. Miete, Krankenversicherung, Essen, Materialien für die Uni und dann ist man schon ganz schnell pleite. Für viele Studierende, die BAföG erhalten, ist dann schon Anfang des Monats Ende des Geldes.

Finanzielle Hilfe für Studierende ist grundsätzlich was positives. Mit einer Erhöhung des BAföG-Beitrages können Studierende, die BAföG  überhaupt erhalten, für einen kurzen Zeitpunkt aufatmen. Doch sollte man nicht wo anders anfangen? Seit 2012 sind die Zahlen der BAföG-Empfänger*innen stetig gesunken. Natürlich kann es sein, dass bei ständig wechselnden Sachbearbeiter*innen und dem ganzen Papierdschungel einige BAföG-Empfänger*innen noch nicht in den Statistiken eingerechnet wurden. Denn es ist keine Seltenheit, dass Anträge einen längeren Bearbeitungszeitraum haben und manche Studierende warten oftmals Monate auf ihr Geld. Auch wenn am Ende eine Nachzahlung für diese Monate kommt, während der monatelangen Bearbeitung, leben sie in diesem Zeitraum fast am Existenzminimum und sind oft auf Familie und Freund*innen angewiesen.
 

Endlich mehr Geld!

Doch wer kann sich über die Erhöhung des Beitrages freuen? Studierende in den Großstädten, die 560 Euro Kaltmiete für 25 Quadratmeter zahlen, bestimmt nicht. Bedarfsgemeinschaften, wie das Amt Familien mit Hartz-IV-Empfänger*innen im Haushalt nennt, auch nicht. Denn dann müsse man ja Kürzungen bei den Hartz-IV-Empfänger*innen vornehmen. Auch Werksstudent*innen und Studierende über 25 werden sich nicht freuen, da der Krankenkassenbeitrag dank der Erhöhung für alle Studierende ansteigt.
Es wäre vielleicht sinnvoll, das ganze Konzept zu überdenken, denn BAföG ist grundsätzlich eine gute Sache und unterstützt viele Studierende, doch es ist für die meisten auch Fluch und Segen zugleich. Der Prozess, um die finanzielle Hilfe zu erreichen, ist meist langwierig und birgt immer wieder Hindernisse für die Antragsteller*innen, zum Beispiel bei geschiedenen Eltern. Ebenso ist der Betrag für Studierende in Städten wie München, Berlin oder Hamburg ein Tropfen auf dem heißen Stein, da dort die Lebenshaltungskosten weitaus höher sind als zum Beispiel im Ruhrgebiet. Deswegen sollte eher eine Reform als nur eine Erhöhung des BAföGs stattfinden.

:Abena Appiah

Den Artikel zum Thema findet Ihr hier.