Ein Interview – viel musikalische Liebe
Karmakind ist da
Eine Band, ein Name, eine Tour – Karmakind
Bild: Karmakind

Ich habe ein Interview mit Ronja und Can von Karmakind geführt, einer Elektro-Band aus dem Pott, um sie Euch näherzubringen! 

bsz: Stellt Euch doch mal als Band vor! 

Ronja: Wir sind eine Band aus dem Pott, das bedeutet, wir haben uns in Bochum getroffen, da sind wir so ein bisschen angesiedelt, jetzt gerade verteilt sich das so ein bisschen auf den Pott, jetzt gerade sind Can und ich in Witten beherbergt, wir haben aber beide in Bochum studiert. Can ist immer noch da, Mathis hat auch in Bochum studiert. Insofern sind wir eine richtige Pott-Band. Und das finde ich auch schön, weil das nicht so ein typisches sich in Berlin getroffen haben oder so ist. Wir mögen alle drei Techno sehr gerne, wir mögen aber alle drei gerne auch traditionellere Einflüsse von Musik und wir mögen alle drei sehr gerne spielen und experimentieren 

Can: Mathis ist unser Producer, unser Bastler, und Ronja ist unsere Hauptsängerin, die singt meistens auf Deutsch oder Spanisch und manchmal auch mit mir, wenn ich dann auf arabisch singe oder kurdisch. Wir versuchen dann so einen Zweiergesang stimmlich dazu passend und uns dahinter auch mal kennenlernen. Was wir mit der Band machen ist eine Art Kultur, eine richtige Integration, die ich so richtig durch Musik sehe, da ich selber aus Syrien komme und seit sechs sieben Jahren in Deutschland bin.  

Ronja: Darf ich da was hinzufügen? Ich glaube, Can hat die Möglichkeit, vieles auch an Feeling für die europäische Kultur mitzunehmen aus der Musik und gleichzeitig haben natürlich auch Mathis und ich die Chance, ganz viel an Faktenwissen durch den Kontakt mit Can über die syrische Kultur zu erfahren oder über andere auch, die er erfahren hat. Dieses integrieren ist eigentlich ein verwobenes Ding. Wir lernen alle ganz viel voneinander und wir lernen dann unser eigenes Wissen auf ein Publikum zu übertragen oder das begreifbar zu machen. 

  

Wie kommt Ihr an Gigs?   

Ronja: Wir sind fast komplett selfmade. Machen das alles mit eigenen Kontakten. Die Katzensprung-Agency bringt uns manche Gigs ein. Bei den spielen wir jetzt auch auf vielen Festivals, die haben nämlich neun Festivals geplant. Da sind wir dabei. Und sonst kann man uns einfach auch buchen durch Kontakte oder durch Instagram. Das wird auch zwischendurch gemacht. Aber das meiste ist, wir lernen Leute kennen durch unterschiedliche Arten, auf Kulturveranstaltungen oder Partys oder eben über andere Leute und das meiste geht über Kontakte. Aber wir können immer mehr gebrauchen. Can möchtest du das Freakquenz vorstellen?  

Can: Freakquenz ist eine neue Veranstaltungsreihe in Bochum von unserem Kollektiv One-Future. Das habe ich mit zwei Freunden von mir gegründet. Mo und Kai. Wir versuchen halt so eine neue Szene durch unsere Veranstaltungsreihe in Bochum zu bringen. Bisschen mehr bunt, unterschiedliche, vielfältige Hintergründe von Menschen. Weil normalerweise wird hier im Westen Techno mit Weißen bezeichnet und wird Techno vor Weißen dargestellt, was ja eigentlich nicht richtig stimmt. Wenn man sich mal in der history anschaut, da kann man einiges rausfinden, dass Techno nicht nur für Weiße ist. Wir versuchen durch One-Future BiPOCs zu buchen, also Künstler:innen, und mal denen auch so eine Art Space zu geben. Das ist halt etwas schwierig hier in Deutschland, denn die Clubs, die haben so bestimmte Veranstalter:innen, die halt dann meistens nur weiß sind, und meistens Männer, die natürlich deren eigenen Kreis meistens buchen. Das war unsere Motivation, dass wir was dagegen tun. Dass wir eine bunte Techno Szene createn. Das ist am 27.05 im Untergrund.  

 

 Was sind Eure musikalische Einflüsse?  

 Can: Ich bin Kurde aus Rojava, aus Syrien. Persönlich habe ich die Kriegsphase am Anfang miterlebt und danach kam Fluchtszene bei mir. Irgendwann mal bin ich dann hier gelandet. Tatsächlich wie ich mit mir selber umgehe, was Selbsttherapie angeht, versuche ich dann durch Musik mich selbst zu therapieren. Ich schreibe auch meistens auf arabisch und kurdisch. Viele personals sind vieles von meiner Vergangenheit und Heimat. Dadurch versuche ich dann halt diese ganze Vergangenheit in a way zu verarbeiten. Ich habe keine große krasse Mainstream Künstler:in als Vorbild, ich hab Favoriten, aber manchmal laufe ich gerne über die Straßen und höre einen Musiker, dann denk ich mir auch, ich versuche die Story mitzunehmen. Die Inspiration kann von überall kommen. Auch in social media generell. Wir leben in dieser krassen Zeit.  

Ronja: Das ist irgendwie so, wir sind ziemlich Genre-Grenzenbefreit und ich glaube, es gibt auf jeden Fall Techno-Vorbilder, an denen sich die Beats orientieren. Wenn Mathis wen neues kennenlernt, versucht er, das nachzubasteln. Und es gibt auf jeden Fall auch Bands, die ähnlich aufgebaut sind wie wir. Das kann man auch am Album erkennen, was wir bald rausbringen, was wir Mosaik genannt haben, weil das teilweise gefühlt random zusammengesetzte Musikstile sind und das teilweise innerhalb der Lieder und auch im Ganzen, die Lieder passen teilweise nicht zusammen, wenn man so möchte. Wir orientieren uns da nicht an Genre. Deshalb ist das sehr schwierig, unsere Musik zu beschreiben.  

 

Tourdates

20.05. in Lievelinge\NL 

(Tickets: lievelinge.nl/zin) 

27.05. Freakquenz, Bochum

29.5. Ruhr international, Bochum

11.6. Frieda's Welt Open Air 

24.06. Wattenscheider Kulturnacht 

25.06. feel-leicht Festival, Witten 

26.6. (ff.) Katzensprung Festival 1, 3, 4, 5, 7 

30.7. Flatmate Festival, Witten 

5.8. Dortmund U

6.8.22, Witten L8night 24h Show 

19. - 21.8. Cosyphos Festival 

26. - 28.8.22. Eulenflug Festival 

10.09. Westendfest, Bochum

:Lukas Simon Quentin