Iliso Care Society & Youth Choir: Singen für die Völkerverständigung
Kapstadt–Bochum und retour
Foto: USch
Dürfen wir wiederkommen? Iliso gab ein begeisterndes Gastspiel in Bochum. Foto: USch
Dürfen wir wiederkommen? Iliso gab ein begeisterndes Gastspiel in Bochum.

„Es gibt kein richtiges Leben im falschen“, schrieb Theodor Adorno einst in seinen „Minima moralia“. Mit einem stimmgewaltigen Jugendchor und vollem Programm versuchte die „Iliso Care Society“, im Rahmen einer „interkulturellen Woche“ vom 20. bis 28. September das Gegenteil zu beweisen: 29 SüdafrikanerInnen legten am vergangenen Freitag in der Luxus-Campusgastronomie „Q-West“ eine hochkarätige Chor-Performance hin.

Enthusiastisch feierte das speisende Publikum den afrikanischen Chor-Gesang in dem vom Akademischen Förderungswerk (Akafö) der Ruhr-Uni betriebenen Restaurant. Es war der zweite offizielle Iliso-Youth-Choir-Auftritt auf dem RUB-Campus, nachdem die Gruppe zum Wochenauftakt bereits das KulturCafé gerockt hatte. „Die Iliso Care Society ist eine gemeinnützige Organisation in einem Township – also einem Armenviertel – in Kapstadt“, erläutert Anne Siebert, Doktorandin am Institut für Entwicklungsforschung und -politik an der Ruhr-Uni Bochum. Iliso engagiert sich dort für sozial Benachteiligte. Für viele der Teilnehmenden, die (noch) nicht studieren, sondern überwiegend zur Schule gehen – sofern ihre Familien den Schulbesuch überhaupt finanzieren können – war die einwöchige Konzert-Tour durchs Ruhrgebiet der erste Auslandsaufenthalt ihres Lebens. Die Menschen hier haben sie „als sehr gastfreundlich wahrgenommen“, sagt Anne Siebert. „Die Leute sind offen für ihre Stimmen, für ihre Geschichten.“ So beispielsweise bei einer Gesprächsrunde im Kulturzentrum Bahnhof Langendreer.

Kostenrahmen gehalten

Der ursprünglich angedachte Kostenrahmen von zumindest 3.500 Euro, die vom Studierendenparlament zugesagt worden waren (die :bsz berichtete), kann voraussichtlich gehalten und auf eine Ausweitung der Unterstützung aus Mitteln der Studierendenschaft verzichtet werden: „Ich denke, das brauchen wir nicht“, zeigt sich Anne Siebert „positiv überrascht“: „Wir wurden durch das Akafö sehr gut unterstützt.“ So wurde das Catering im Rahmen des Auftritts kostenlos zur Verfügung gestellt; „und wir durften auch dreimal kostenlos in die Mensa kommen – gegen einen Auftritt natürlich“, legt Anne Siebert nach.