Inklusion, wenn alle weg sind
Inklusion am Campus
Bild:kiki
RUBklusion: Ein Brief reicht dafür ja vollkommen.

Kommentar. Wie sorgt man für Inklusion am Campus, wenn keine:r am Campus ist? Die Herausforderungen für Gleichberechtigung für Alle waren besonders groß dieses Jahr. 

Wie schafft man einen Campus, der frei von Diskriminierung ist? Man hat einfach keine Menschen am Campus. Fest steht nämlich, dass es einen Campus, der frei von Rassismen, Diskriminierung oder genereller Exklusion anderer ist, wahrscheinlich nicht gibt. Die Universität zeigte sich in einem Biref zu den Black Lives Matter Protesten im Sommer überrascht, dass sie auch ein strukturelles Rassismus Problem hat; wie jede andere von weißen Menschen besetzte Institution. Was sonst funktionierte, klappt auf einmal nicht mehr – „wir verbieten es einfach und das Problem ist dadurch gelöst“ hat dann doch nicht geholfen. Dass dieser Kurs nicht funktioniert, hat sich dieses Jahr gezeigt. Es gibt zumindest auch an der Uni Strukturen, die es anders versuchen. So auch die Gleichstellung Philologie (:bsz1257), die sich gegen Sexismus und für die Gleichstellung von Frauen am Campus einsetzen. Warum also nur ein Brief der Uni? Warum nicht mehr?

Auch das Kulturreferat der RUB setzt sich mit Veranstaltungen für ein gemeinschaftlicheres Uni-Leben ein (:bsz1259), aber ohne Campus auch keine Veranstaltungen. Genau jetzt sollte man sich überlegen, wie man das Campusleben für die Zukunft nachhaltig für alle zum Positiven ändert. Die Universität hat noch viele Baustellen, die nicht durch Referate gelöst werden, zum Beispiel ein behindertengerechter Campus. Strukturell muss die RUB unnötige Hürden bekämpfen und systematisch abschaffen. Die Liste der Probleme ist lang und wird nicht kürzer, durch offene Briefe und Entschuldigungsschreiben. Chancengleichheit für alle ist ein akademischer Grundwert, dessen Priorität unsere Institutionen höherer Bildung verstehen sollte. 

Was immer noch in Zukunft passieren wird, man kann immer nur wiederholen, dass sich etwas verändern muss. Diese Veränderung muss gewollt sein und gut überlegt werden. Es wird keine Veränderung geben, wenn wir so tun, dass es kein Problem gibt. Diskriminierung existiert und wird weiter existieren, wie gehen wir aber damit um.

:Gerit Höller