Soziale Wochen: Im Auslandsstudium mit Erasmus Erfahrungen sammeln
Im Dunkeln ist gut munkeln
Foto: kac
Feucht-fröhlich: Noch sind die beiden Austauschstudentinnen sauber, nach dem Essen im Dunkeln sehen ihre Sitzplätze ein wenig verdreckt aus – so wie bei allen.            Foto: kac
Feucht-fröhlich: Noch sind die beiden Austauschstudentinnen sauber, nach dem Essen im Dunkeln sehen ihre Sitzplätze ein wenig verdreckt aus – so wie bei allen.

Studieren im Ausland muss nicht immer nur fette Feten bedeuten – das beweist das Erasmus Student Network (ESN). Im Rahmen der Social Erasmus Week hat sich das ESN-Team mehrere Aktivitäten für unsere ausländischen Gäste überlegt.

Die Idee ein „Dinner in the Dark“ zu organisieren, kam von der Biochemiestudentin Diana Monsberger. Auf der Erasmus Welcome Party am 16. Oktober wurden Lose für 50 Cent verkauft. Es gab 15 Mal die Möglichkeit, einen Platz für das Drei-Gänge-Menü zu gewinnen. Das durch die Lose eingenommene Geld wird jetzt an einen Blindenverein gespendet. „Das Essen finanziert der ESN selbst“, so Diana.

15 Studis hätten erscheinen sollen, davon sind nur sieben gekommen – und eine :bsz-Redakteurin. Der Stimmung tat das jedoch keinen Abbruch und so begann das Dinner mit einem Sektempfang. Nach und nach wurden die Gäste einzeln in den Speisesaal des Euroecks geführt. Die Augen wurden zunächst mit großen Wattepads abgedeckt, die mit einem Band um den Kopf herum befestigt wurden. Dunkel. Karina Wozniak, ehrenamtliches Mitglied und Spanischstudentin führte die Personen an der Hand zum Tisch, denn die Teilnehmenden sahen nichts mehr.

Was wird da eigentlich gegessen?

Die Gäste wurden einzeln gefragt, was sie trinken möchten. Nur wenige Minuten später klirrten die ersten Gläser, da einige Gäste diese beim Versuch blind zu trinken umwarfen. Durch die Blindheit wurde das Gehör automatisch sensibilisiert, sodass sogar die Tropfen der verschütteten Getränke zu hören waren, als sie auf dem Fußboden aufkamen.

Mit einer Klingel wurde den Teilnehmenden signalisiert, dass der nächste Gang ansteht. Als Vorspeise gab es Bruschetta, danach folgte Pasta mit Tomatensoße und zur Krönung das Dessert: warmer Schokoladenkuchen mit Vanilleeis und Erdbeersoße.

Zum Schluss waren sich  alle Gäste einig, dass das Menü sehr lecker war, doch der Nachtisch eine wahre Geschmacksexplosion. Astrid, Austauschstudentin der Geschichte aus Frankreich empfand es als „super spannende Erfahrung.“

:Katharina Cygan

Infobox: ESN – Erasmus Student Network

Erasmus ist die größte Austauschorganisation für Studierende, die innerhalb Europas studieren möchten. Studierende können sich auch ehrenamtlich beim ESN einbringen.  

ESN ist mittlerweile an mehr als 430 Hochschulen in 37 Ländern vertreten. Das Netzwerk hat etwa 13.500 aktive Mitglieder und über 15.000 sporadische HelferInnen, die in vielen Sektionen als sogenannte „Buddys“ internationale Studierende unterstützen. Somit involviert ESN rund 29.000 junge Menschen, die sich jedes Jahr um etwa 180.000 internationale Studierende kümmern. Dabei werden drei Ebenen abgedeckt: lokal, national, und international – ob nun in der Heimatstadt, in Deutschland oder ganz Europa.