Stadtradeln-Bilanz: Fast 105.000 km gestrampelt
Ich bin ein Cycloholic – auch in Zukunft!
Foto: tims
Ob beim Fahrradflashmob oder beim Stadtradeln: Das beliebte Fahrradverleihsystem „metropolradruhr“ wird von den Studis oft genutzt. Foto: tims
Ob beim Fahrradflashmob oder beim Stadtradeln: Das beliebte Fahrradverleihsystem „metropolradruhr“ wird von den Studis oft genutzt.

Das Stadtradeln in Bochum ging am Sonntag mit dem großen Abschlussfest an der Jahrhunderthalle zuende. Die Stadtverwaltung und Die Grünen ziehen eine positive Bilanz des Wettbewerbs und wollen das Radfahren in Bochum noch populärer machen – weg vom Auto-Image.

„Bochum – Stadt der FahrradfahrerInnen“ lautete das Motto in den­ vergangenen 21 Tagen, in denen die StadtradlerInnen ordentlich in die Pedale treten mussten und es auch taten. Knapp 105.000 Kilometer radelten die Bochumer BürgerInnen – ob zur Arbeit, zum Supermarkt oder als Studierende zur RUB – und legten dabei doppelt so viele Kilometer zurück als im Vorjahr (50.086 km). Sebastian Pewny, Verkehrspolitischer Sprecher der Grünen im Stadtrat, fand nur lobende Worte für die Aktion: „Das Projekt Stadtradeln ist eine echte Bereicherung für die Stadt und Region und steht für mehr Klimaschutz und alternative Verkehrsmittel.“ Auch die Stadt Bochum selbst freut sich über die große Teilnahme an der Aktion: „Im Vergleich zum letzten Jahr ist das ein beachtliches Ergebnis“, sagt Barbara Gottschlich vom Presse- und Informationsamt Bochum und fügt hinzu: „Wir hoffen, die Aktion Stadtradeln im nächsten Jahr erneut durchführen zu können.“

„Ein gesellschaftliches Verständnis implementieren“

Für 21 Tage auf das Auto und öffentliche Verkehrsmittel weitestgehend verzichten. Das sollte mit dem Stadtradeln erreicht werden und die TeilnehmerInnen daran erinnern, dass Umweltschutz bei einem selbst beginnt und sogar Spaß machen kann. „Der Gebrauch des Rads wird sogar belohnt und fördert zugleich die Gesundheit“, meint Pewny und verweist auf die Verantwortung der BürgerInnen: „Wenn wir ein gesellschaftliches Verständnis implementieren wollen, müssen wir weg vom Image der Autostadt.“ Wie es gehen kann, zeigt auch das Fahrradverleihsystem „metropolradruhr“.

Studis nutzen die verleihbaren Drahtesel

So haben die Studierenden der RUB im vergangenen Jahr 73.000 Fahrten mit dem Metropolrad zurückgelegt – mit steigender Tendenz. In den ersten vier Monaten des Jahres 2015 wurde das Verleihsystem von den RUB-Studis fast 24.000 Mal genutzt. Damit ist die Ruhr-Universität Bochum bundesweit der attraktivste Standort für den Betreiber nextbike. Um den positiven Stadtradeln-Effekt aufrecht zu halten, möchte die Stadt Bochum mit weiteren Maßnahmen den Trend zum Rad fördern. Am 19. Juni findet auf dem Dr.-Ruer-Platz der Umwelttag zum Thema klimafreundliche Mobilität statt, wo auch die „besten“ StadtradlerInnen ausgezeichnet werden. Fahrradfahren können die BürgerInnen nämlich auch außerhalb der 21-tägigen Aktion – frei nach der Lebenseinstellung des ehemaligen italienischen Radrennfahrers Claudio Chiapuccis: Ich bin ein Cycloholic!