Auf die Ohren
Hypebeast aus dem Sillycon Valley
Bild: bena
Clubhouse - stand jetzt iPhone only!

Neu. Clubhouse: In den Apple-App-Store Charts auf Platz eins und erhöht die Bildschirmzeit immens. Social Media ist nun auditiv und für manche ist ein neuer Podcastersatz geboren. 

Cool, cooler, Elite. So kann man den neusten Hype am Social Media Himmel beschreiben. Clubhouse die App, die seit letzter Woche die Upperclass beschäftigt. Ein Podcastformat zum Mitmachen und ohne Ende. Von fünf Minuten bis zum bitteren Ende kann gesprochen und zugehört werden. Doch um in diesen Club zu kommen, muss man eine Einladung erhalten und der klassizistische Clou? Ein iPhone besitzen. Wenn man ein Apple Endgerät besitzt und selbst Member ist, kann es losgehen und gar selber einladen. Wenn eine:r besonders aktiv ist, kann man immer mehr Leute einladen. Was auch dazu führt, dass die Mehrheit der Mitglieder:innen, stand jetzt noch, sehr weiß und elitär sind, da das Who ist Who erst mal ihre Blase einlädt. Nichtsdestotrotz können Hans und Franz die Möglichkeit bekommen, wenn sie eingeladen werden, mit der deutschen A-Prominenz in den Diskurs zu kommen. Hier muss gesagt werden, dass sich dies von Tag zu Tag schwieriger gestalten kann, denn die App wächst schnell und die größeren Räume werden aufgrund des Ansturms zur Podiumsdiskussion von den ewig selben. Was nicht weniger interessant sein kann. So kann man dem:der ein oder anderen ein kleines Geheimnis entlocken. 

Was der App aber nicht jedoch nicht schmerzen wird: Die Exklusivität und der Lockruf von Stars und Influencer:innen ist einfach zu groß. Die Hoffnung auf den Plausch mit Christian Lindner, Carsten Maschmeyer oder Thomas Gottschalk ist dennoch groß. Die App macht das Unnahbare nahbar. Die Rooms gestalten sich vielfältig von Fußball, Politik oder Trash Talk: Der Fantasie und den Gesprächen werden keine Grenzen gesetzt. Denn eine:r kann einen Room eröffnen und seine Leute einladen oder pinnen. Je nachdem, ob man Lust hat, kann man seinen Raum auch geschlossen halten und einen privaten Raum machen und das auch nur mit einer weiteren Person. Ist der Raum öffentlich, können alle Teilnehmer:innen die Hand heben, wenn die Moderatoren es erlauben und auf die virtuelle Bühne kommen. Die App ist in Deutschland noch relativ neu und hat definitiv seine Vor- und Nachteile. Man kann sich mit neuen Leuten austauschen, das Netzwerk aufbauen oder einfach den Gesprächen lauschen. Sie zeigt Chancen auf, dass sie schnell wachsen und neue Möglichkeiten mit sich bringen kann. Doch was die linke Bubble nicht wahrhaben möchte, so wie sie sich vernetzten, vernetzen sich auch die auf der anderen Seite des Spektrums. So wirken sie gleich überfordert, wenn eine „Rechtskonservative Bloggerin“ sich in einen eher linken Raum begibt. Die Vorstellung, dass auch Menschen mit rechter Gesinnung auf  Clubhouse sind, scheint für die Bubble einfach schier unmöglich. Da kommen wir auch schon zu einem Nachteil von Clubhouse. Die App scannt Deine Kontakte sowie Social Media Accounts und bringt Dich auf Deine sichere Wolke, wo alle so denken, wie Du es magst. Deswegen kommt es auch selten zu radikaleren Auseinandersetzungen, da „fast alle“ in den Räumen Deine Ansicht haben. Manchmal kann es sein, dass sich dann aber der ein oder andere Mann in einen feministischen Raum verirrt und nicht nur zuhören will. Da ist schon der nächste kritische Punkt, das Zuhören! Eine Tatsache, die eine ganze Gruppe ausgrenzt, nur, weil sie nicht hören können. Und wie am Anfang schon angemerkt, ist dies nicht der einzige Ausgrenzungspunkt. Denn hast du kein iPhone, dann hast du kein iPhone. Und das ist auch in den Gesprächen zu hören: Erfolg, Wissen, Entwicklung und akademischer Grad sind immens wichtig. Seltener werden in den größeren Räumen Themen der „Arbeiterklasse“ und der „Unterdrückten“ besprochen. Und wenn, gibt es immer einen weißen Mann, der noch etwas Wichtiges zu sagen hat und seine Meinung zu Themen dazu geben möchte. Hierbei fällt auf, dass diese oft nur einfach mal was gesagt haben wollen.                                

                       :Abena Appiah