Heinz Strunk im Bf Langendreer: „Der Goldene Handschuh“
Hitze, Honka, HSV!
Cover: Pressearchiv Rohwohl-Verlag
Der aktuelle Roman von Heinz Strunk: "Der goldene Handschuh". Cover: Pressearchiv Rohwohl-Verlag
Der aktuelle Roman von Heinz Strunk: "Der goldene Handschuh". Cover: Pressearchiv Rohwohl-Verlag

Heinz Strunk, dem Alkohol und Glücksspiel nie ganz abgeneigt, ist seit März auf Lesetour mit seinem neuen Buch „Der Goldene Handschuh“ über die skurrilste Kneipe Hamburgs. Er will dabei mehr erzählen als einfache Anekdoten.„Falls sich jemand wundert, dass ich nur aus einer losen Zettelsammlung vorlese, dem sei gesagt, dass Autoren, die direkt aus ihren Büchern vortragen, mit Vorsicht zu genießen sind! Das ist meistens ein Zeichen von Schwäche“, beginnt Strunk seine Lesung über sein aktuelles Buch. 

„Der Goldene Handschuh“, eine 24-Stunden-Kaschemme im Epizentrum des Kiezes, an dem sich vor allem während der Woche das Elend aus Verrückten, AlkoholikerInnen und gescheiterten Existenzen trifft, sorgte vor allem 1975 durch die vier Mordfälle von Fritz Honka, der seine Opfer an eben diesem Platz traf, für mediale Aufmerksamkeit. Die „Bild“-Zeitung musste damals ein tiefes Sommerloch stopfen und hat das in bewährter Art und Weise getan: „Hitze, Honka, HSV!“

Mörderrecherche

Für die Recherche des Mörderromans verbrachte der Autor selbst 150 Sitzungen im legendären Handschuh, um die Episoden des Hilfsarbeiters Fritz Honka zu verstehen. Ein einsames Leben im Suff und am Rande der Existenz, geprägt von einer harten Kindheit, so wurde Fritz „Fiete“ Honka zum Mörder. 
„2008 bin ich das erste Mal da gewesen, seitdem bin ich geblieben“, sagt der Autor über den Laden, den in Hamburg jedeR kennt, von denen sich aber die Wenigsten dort aufhalten. „Am Wochenende mischt sich das und wirkt etwas aufgeweichter“. 
 
Der Abend brachte den ZuschauerInnen Lust auf mehr. „300 Seiten Honka-Elend wäre selbst für den robustesten Leser nicht zumutbar gewesen, deswegen gibt es auch eine B-Seite“, sagt Strunk. Diese porträtiert die Reeder-Gesellschaft Hamburgs. „In Hamburg gibt’s eben diese Kaste, in Frankfurt sind es die Banker, was ist es in Bochum?“, fragt Strunk am Ende in die Runde. „Das müsst Ihr mir sagen!“
 
:Tim Schwermer