Hochschulball: Prominenz und Glamour an der RUB
Hirschfilet bis Lamm-Carree – was das Akafö so kann
Foto: sat/ken
Frisierecke im Mensa-Obergeschoss: Bei Styling-Notsituationen konnte schnell ausgeholfen werden. Foto: sat/ken
Frisierecke im Mensa-Obergeschoss: Bei Styling-Notsituationen konnte schnell ausgeholfen werden.

Uni-Gala. Anlässlich des Bochumer Hochschulballs verwandeln sich Audimax und Mensa in schicke Locations für einen Abend  gepflegt manierlichen Übermuts. Die GästInnen sind begeistert von der Wandlungsfähigkeit der sonst leicht tristen Mensa – das hätten wir ihr gar nicht zugetraut!

Sonst ein Ort, an den man sich in seiner meist kläglichen Mittagspause ein fixes und bezahlbares Essen gönnt, wurde die Mensa am Samstagabend in ein prunkvolles Eventschloss verwandelt. Während sich das betonfarbene Audimax ebenfalls in Schale warf und die eintreffenden GästInnen mit rotem Teppich, kleinen Ölkerzen und großen Feuerschalen empfing, liefen unten in der Mensa die letzten Vorbereitungen. Der Sektempfang im Audimax war nur der Anfang. Nach eingehenden Begrüßungsreden und Danksagungen an einige Bochumer Größen, darunter Axel Schäfer (Bochumer SPD-Bundestagsabgeordneter) und seine Frau Gabriela Schäfer (Bürgermeisterin Bochum, SPD), RUB-Rektor Prof. Axel Schölmerich, Prof. Jürgen Bock, Präsident der Hochschule Bochum, und viele Weitere, begann das Abendprogramm mit Live-Musik, Akrobatik von Marco Noury, Tanz-Einlage und natürlich üppigem Buffet. 

Futtern wie bei Muttern?

An dieser Stelle blieb der Mensa-Charme erhalten: lange Schlangen, wirres Gedränge, verwirrte Gesichtsausdrücke, wenn man auf anderen Tellern etwas entdeckt, das lecker aussieht. Hirsch mit Kräuterkruste, karamellisierte Ziegenkäsetaler, rosa-gebratenes Lamm-Carree, Fisch, Meerestiere, verschiedene Schinken – alles, was das (carnivore) Herz begehrt. Für VegetarierInnen war die Auswahl eher spärlich. Das Menü wurde komplett vom Akafö (Akademisches Förderungswerk)geplant und bereitgestellt. „Es wurden keine Externen herangezogen. Alles, was heute Abend geleistet wird, sowohl das Essen als auch der Service, ist Akafö-Personal“, so Jörg Lüken, Geschäftsführer des Akademischen Förderungswerks. Finanziert werde der Hochschulball vor allem über SponsorInnen. Von den studentischen Geldern werde dafür nichts verwendet, so Lüken. Angesprochen auf das mäßige vegetarische Angebot und den fehlenden fleischlosen Hauptgang reagiert Lüken mit leichtem Erstaunen, das sei in der Planung wohl untergegangen. „Kommen Sie nächstes Jahr wieder, da wird’s anders sein“, verspricht er der :bsz. 

Wo bin ich nur gelandet?

Doch nicht nur politische Größen waren vor Ort. Unter die Anwesenden hatten sich auch einige Studierende gemischt. Zwei Studentinnen erklären, sie seien gerade erst angekommen. Eine Freundin habe die Karten gewonnen, hätte aber kurzfristig nicht kommen können und so seien sie hier gelandet. „Es ist erstaunlich, wie wandelbar unsere Mensa ist“, erklärt die Studentin der Gender-Studies. „Das stimmt“, ergänzt ihre Freundin, die Englisch studiert, „das hätten wir ihr gar nicht zugetraut.“ Auch Jörg Lüken ist begeistert von den vielen anwesenden Studierenden. „Die Karten sind für Studierende auch günstiger. Außerdem finden die Late-Night-Karten ab 23 Uhr großen Anklang.“ Spät am Abend noch für die Ausgabe von Late-Night-Currywurst und kleinen Snacks genutzt, soll das Bistro unter den Kernaspekten „Regional, saisonal und artgerecht“ ein neues Konzept und eine Renovierung bekommen. Darauf angesprochen entgegnet Lüken, das Akafö habe nicht das Ziel, ein neues Nobelrestaurant auf dem Campus zu errichten, wie es beim Bau des Q-West befürchtet wurde. „Wir stehen im Verwaltungsrat in engem Kontakt mit den Studierenden. Schließlich sind diese die größte Zielgruppe.“         

    :Kendra Smielowski

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