Behauptungen aufstellen: Fremdenfeindlichkeit damit stützen?
Hetze gegen Asylbewerber
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Tatort: Für viele Studierende ein täglich Heimweg. Foto: kac
Tatort: Für viele Studierende ein täglich Heimweg.

Am 16. November wurde in unmittelbarer Uninähe eine junge Chinesin vergewaltigt. Die Epoch Times (ET), ein internationales Online-Magazin, das sich besonders auf China spezialisiert hat, berichtet am 22. November, dass ein Asylbewerber das Sexualdelikt begangen habe.

„Der Täter sei eindeutig ein Asylbewerber gewesen, schrieb die junge Frau im chinesischen Internet“, heißt es in dem Artikel „Phantomfahndung: Chinesische Studentin (27) vergewaltigt – Bochumer Polizei jagt Täter – Konsulat ermahnt Chinesen in Deutschland auf Sicherheit zu achten“. Eine nicht einleuchtende Quellenangabe der Zeitschrift.

Auch wird in dem Bericht nicht hinterfragt, warum das Opfer sich bei solch einer Behauptung so sicher sei.

Angeblich soll die chinesische Studentin im Internet veröffentlicht haben, dass sie innerlich so ruhig und vernünftig reagiert habe, dass sie selbst darüber erstaunt sei. Die ET fügt hinzu „andernfalls hätte sie den Täter zu noch mehr Gewalt provoziert, die für sie hätte tödlich enden können.“

Epoch Times, besser als das Scotland Yard

Angeblich habe die chinesische Botschaft eine Einreisewarnung für Bochum ausgeschrieben und dazu geraten, dass alle Chinesinnen und Chinesen in Deutschland äußerst vorsichtig sein sollen. Der :bsz sagte das chinesische Konsulat, man wisse nichts davon.

Resul, ein syrischer Geflüchteter ist empört über die Berichterstattung: „Epoch Times denkt, sie seien besser als das Scotland Yard. Wenn die Polizei Bochum schreibt, dass der Täter arabisch aussieht, heißt es nicht, dass er auch ein Asylbewerber sein muss.“

:Katharina Cygan