8. Westendfest: Regen auf dem Springerplatz
Grau war nur der Himmel

Das Westendfest trotzte am Samstag, den 5. September den teilweise heftigen Regenschauern und bot ein abwechslungsreiches künstlerisches wie kulinarisches Programm. Trotz des wolkenverhangenen Himmels wurde allen deutlich: Das Westend ist nicht mehr grau – ganz im Gegenteil!

Griesenbruch, Goldhamme, Stahlhausen – auch Zugezogene würden sofort einen Zusammenhang finden zwischen den Ortsbezeichnungen und für was diese einmal standen: Kohle und Stahl, ArbeiterInnen und Zechen, Pütt und Pott. So kommt es den älteren BewohnerInnen auch etwas befremdlich vor, wenn StädteplanerInnen den altehrwürdigen Stadtteilen auf einmal diesen neumodischen Namen geben: Westend etwa. Doch auch die schon zum Inventar zählende alteingesessene Nachbarschaft muss sich eingestehen, dass sich das Stadtbild hier verändert hat – und dass neu nicht zwangsläufig schlecht heißen muss.

Vielfältig – kulturell – hipp?

Das Westendfest fand auf dem Springerplatz zum insgesamt achten Mal statt. Ein Mix aus kulinarischen Leckerbissen (türkisch, polnisch, arabisch, deutsch), verschiedenen integrativen Einrichtungen wie der  Janusz-Korczak-Schule (eine Förderschule) und Tanzgruppen versammelten sich vor dem Café Treibsand auf der Bühne. Die (Noch-)Oberbürgermeisterin Dr. Ottilie Scholz stellte passenderweise fest: „Ich komme gerne ins Westend, weil es hier so bunt ist!“ Sie meinte damit wohl, dass hier der sozio-kulturelle Mix einfach stimmt.

Auch wenn wetterbedingt die Farbe Grau an diesem Samstag dominierte, ließen sich die Beteiligten und auch die BesucherInnen davon nicht ablenken. Das Viertel zeigte sich weltoffen, integrativ und bereit für die Veränderung. Auch viele Studierende wohnen mittlerweile hier, nicht weit von der Rottstraße oder dem Thealozzi-Kulturhaus – eine Alternative zum schicken Ehrenfeld.

Greenbox – der mobile Garten

Die Projektgruppe „Erzähl doch mal“ (siehe :bsz 1055) lud in ihren mobilen Garten ein: eine Containerbox, innen beklebt mit Fotos von BewohnerInnen des Viertels und mit einer Leinwand ausgestattet, auf der sich die BesucherInnen einen selbst gedrehten Film über das Viertel angucken konnten. Die Message war eindeutig: Das Westend ist nicht mehr schwarz, sondern bunt und vor allem grün, denn es wird nicht nur wegen des Westparks von der Farbe Grün dominiert. Grau war nur der Himmel und symbolisierte die Vergangenheit. Ob Westend, Griesenbruch, Goldhamme oder Stahlhausen – Bochum verändert sich – zum Guten! 

:Tim Schwermer