Alles außer Kellnern: Die :bsz-Studijob-Reihe
Getragene-Unterwäsche-Verkauf: Feuchtfröhlich verkaufen
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Von Baumwolle bis Satin: Rosis Kunden haben die verschiedensten Vorlieben bei getragener Unterwäsche. Foto: kac
Von Baumwolle bis Satin: Rosis Kunden haben die verschiedensten Vorlieben bei getragener Unterwäsche.

Was treibt Menschen dazu ihre Unterwäsche zu verkaufen? Die :bsz hat nachgefragt und eine Studentin dazu befragt. Rosi* ist 25 Jahre alt, studiert Latein und Geschichte auf Lehramt.

In ihrer Freizeit bestickt Rosi gerne Servietten oder Tischdeckchen, irgendwann hat ihr Verlobter ihr eine Internetseite erstellt, damit sie ihre handgemachten Stickereien verkaufen kann. „Das Sticken entspannt mich“, erklärt die 25-jährige. „Es ist wie eine Art Meditation für mich.“

Nach mehreren Monaten stellte das Paar fest, dass Tischdeckchen mit gestickten Blümchen nicht wirklich den Markt erobert haben. In sechs Monaten hat Rosi nicht eins ihrer Produkte verkauft und ihre Angehörigen hatten langsam keinen Platz mehr, um die Deckchen bei sich auszulegen. Sie begann ihr Sortiment zu erweitern.

Wie bist Du dazu gekommen?

„Ich kaufte günstig Dessous ein und bestickte sie mit frechen Sprüchen“, Rosi hat darüber hinaus auch auf ihrer Homepage angeboten, dass man ihr schreiben kann und sie Wünsche für ihre Reizwäsche entgegennehmen würde. „Das war der Auslöser. Ich habe ‚meine‘ Unterwäsche in die Produktbeschreibung geschrieben und nicht, dass es hier um die allgemeine Ware geht“, schon bekam Rosi Anfragen, ob sie ihre getragene Unterwäsche per Kurier versenden würde. Sie beriet sich mit ihrem Verlobten, der anfänglich wenig begeistert war, dass seine zukünftige Ehefrau ihre Reizwäsche auf solch einem Weg verkaufen wolle. Nach einigen gemeinsamen Recherchen siegte doch der Kapitalismus und Rosis Verlobter gestaltete die Internetseite um. Zurzeit bekommt die junge Studentin zwischen 10 und 50 Euro pro Slip. „Es variiert mit den Preisen, denn je ausgefallener die Wünsche sind, desto mehr kann ich verlangen.“

Ist Dir etwas Kurioses passiert?

Bei dieser Frage musste Rosi ziemlich schmunzeln: „Die Art des Gelderwerbs ist schon kurios genug oder?“ Passend zur Spargelzeit bekommt die Studentin Anfragen, ob sie welchen essen und den Slip möglichst lange danach tragen könnte. „Also nach dem Ausscheiden von Spargel ist es bekanntlich nicht so angenehm vom Geruch her, aber der Kunde ist König.“

Eins ihrer kuriosesten Erlebnisse war ein Heiratsantrag von einem Stammkunden, er war wohl so angetan von Rosis Duft, dass er jeden zweiten Tag neue Slips bestellte. Nach vier Monaten hat er den Kontakt zu ihr aufgenommen und begann ihr private Fragen zu Hobbys u. ä. zu stellen. Um den besten Kunden nicht zu verlieren, gab Rosi einiges preis, jedoch entsprach es nur teilweise der Wahrheit. Drei Monate später bekam sie per Post einen Ring mit einem Liebesbrief. „Ich habe ziemlich lachen müssen, mein Verlobter und ich entschieden uns dann, unserem besten Kunden zu beichten, dass ich bereits verlobt bin. Die Bestellungen nahmen dann nach und nach ab.“                            

:Katharina Cygan

*Der Name wurde geändert