Gleichstellungsbericht offenbart große Unterschiede bei Einkommen und Arbeitszeit
Geschlechterverhältnisse 2017
Symbolbild: mobilus in Mobil flickr CC BY-SA 2.0

Gleichstellung. Der zweite Gleichstellungsbericht der Bundesregierung wurde veröffentlicht. Der Bericht fasst zusammen, in welchen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland noch Lücken zu schließen sind.

Keine Gleichstellungsdiskussion, ohne dass eher früher denn später mindestens der Begriff der Gender Pay Gap fällt. Dementsprechend kommt natürlich auch der Gleichstellungsbericht nicht ohne die Bezugnahme auf den zentralen Gleichstellungsindikator überhaupt aus. Doch was gibt der Wert überhaupt an? 

Der Gender Pay Gap „gibt an, um wieviel Prozent der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der erwerbstätigen Frauen niedriger ist als der durchschnittliche Bruttostundenverdienst der erwerbstätigen Männer.“ Derzeit liegt er in Deutschland seit 2015 unverändert bei 21 Prozent. Auffällig dabei ist, dass der Gap zum Berufseinstieg statistisch klein ist und dann relativ ansteigt aber nicht wieder geringer wird. 

Weitere Indikatoren

Neben der meistgenannten Pay Gap gibt es noch weitere Indikatoren mit denen versucht wird, die Gleichstellung in Zahlen deutlich zu machen: Beispielsweise der Gender Equality Index, der vom Europäische Gleichstellungsinstitut (EIGE) veröffentlicht wird. Für Europa liegt er auf einer Skala von 1 (keine Gleichstellung) bis 100 (vollkommene Gleichstellung) bei 52,9 – für Deutschland bei 55,3. Dabei werden „Bereiche Arbeit, Geld, Wissen, Zeit, Macht und Gesundheit anhand verschiedener Einzelindikatoren einbezogen.“

Care Gap und was damit zusammen hängt

Vor allem gibt es aber einen gravierenden Unterschied in der Verteilung unter dem Punkt der „Sorgearbeit“. Besonders im Bezug auf die „wöchentliche Erwerbsarbeitszeit“ (Gender Time Gap) ist festzustellen, dass die Verteilung unausgeglichen ist. Unter Zusammenfassung der bezahlten und unbezahlten Arbeit, lässt sich festhalten, dass Frauen durchschnittlich 45,5 Stunden arbeiten (davon 16 Erwerbsarbeit). Männer hingegen 44,5 Stunden, wovon 25 Stunden Erwerbsarbeit sind. Ein neues vorgeschlagenes Mittel, um  eine „griffige Zusammenfassung“ „zur unbezahlten Sorgearbeit“ zu bieten ist der Gender Care Gap, der 2013 bei 52,4 Prozent lag. Er soll den „relativen Unterschied in der täglich für Care-Arbeit verwendeten Zeit zwischen Männern und Frauen“ angeben. Er soll zukünftig regelmäßig berechnet werden. Der Care Gap bezieht sich dabei nur auf die unbezahlt ausgeübten Pflegetätigkeiten, wie beispielsweise Haushaltsführung (inklusive Gartenarbeit, Reparaturen, Kümmern um Haustiere), Pflege von Angehörigen oder Kindern aber auch ehrenamtliches Engagement eingerechnet. Die Wegezeiten sind dabei einbezogen.

Auffällig dabei ist, dass insbesondere ab einem Alter von 34 Jahren der Gender Care Gap ansteigt. Von bis dahin doppelt so viel Zeit, die Frauen in Pflege investieren, steigt der Gap hier auf 110 Prozent. „Frauen leisten dann durchschnittlich 5 Stunden und 18 Minuten Care-Arbeit täglich, Männer dagegen nur 2 Stunden und 31 Minuten.“ Auch alleinstehende Frauen investieren deutlich mehr Zeit in „Care“ als alleinstehende Männer, auch in Paarhaushalten ist das zu erkennen. Dort liegt der Care Gap bei etwa 83 Prozent.

Aufgrund des eigeschränkten Platzes hier nur eine Kurzfassung, den vollständigen Gleichstellungsbericht findet Ihr unter gleichstellungsbericht.de 

:Kendra Smielowski