Gastprofessur: Gender Studies heißen neue Dozierende willkommen
Gender Studies wegweisend
Foto: Lehrstuhl für Sozialwissenschaften
Neu am Lehrstuhl: Prof. Jonathan D. Katz. Foto: Lehrstuhl für Sozialwissenschaften
Neu am Lehrstuhl: Prof. Jonathan D. Katz.

Lehre. Im Sommersemester begrüßen die Gender Studies Lehrpersonalverstärkung. Zwei Neuankömmlinge erwecken Aufmerksamkeit.

Die Marie-Jahoda-Gastprofessur wird seit 1994 ausgeschrieben. Das Programm wird vom Lehrstuhl für Soziologie/Soziale Ungleichheit und Geschlecht koordiniert. Mit Beginn des Sommersemesters wird diese Stelle von Prof. Jonathan D. Katz besetzt. Der amerikanische Kunsthistoriker ist zurzeit Leiter des DoktorandInnenprogramms „Visual culture studies“ an der State University of New York at Buffalo. 

Neben seinen künstlerisch-kuratorischen Tätigkeiten verfolgt Katz zahlreiche gesellschaftspolitische Engagements und ist unter Anderem Mitbegründer der „Queer Nation“-Bewegung in San Francisco. Dass die Stelle von einem Mann besetzt wird, sehe man zumindest im Fachschaftsrat unproblematisch. „Generell begrüßen wir Gleichstellungsmaßnahmen“, erklärt Benedict Eickhoff vom FSR. „Bezogen auf das Fach Gender Studies stellt sich die Situation etwas anders dar, weil es dort kaum Professuren gibt, die von Männern besetzt sind“, so Eickhoff weiter. Außerdem soll in Bezug auf Quotenregelungen deren Definitionsbereich reflektiert werden: „Wen schließt die Frauenquote unter dem Begriff ‚Frau‘ in Hinblick auf eine binärgeschlechtliche und auch cissexistische Gesellschaft ein?“

Für mehr Mitbestimmung!

Neben der Neubesetzung der Marie-Jahoda-Gastprofessur erteilen die Gender Studies wie jedes Semester Lehraufträge. Einen dieser Lehraufträge erteilt der FSR Gender Studies. Nach Ausschreibung und ständiger Korrespondenz mit der Koordinationsstelle und dem Direktorium treffen die FachschaftsvertreterInnen eine engere Auswahl, über welche die Studierenden dann per Doodle abstimmen können. „Die Entscheidungsfindung unterscheidet sich insofern, als der Fachschaftsrat versucht, möglichst nah an den Studierenden zu sein und sie mitentscheiden zu lassen“, so Benedict Eickhoff vom FSR Gender Studies. 

Demokratisierungsprozesse dieser Art gilt es zu etablieren, denn sie befördern eine progressive Bildungspolitik und binden Studis besser in das Uni-Geschehen ein. 

:Marcus Boxler