Nicht nur ein amerikanisches Phänomen
Gemeinsam gegen Polizeigewalt
Bild:bena
Gegen Polizeigewalt! Rund 200 Menschen gingen auf die Straße um ein Zeichen zu setzen.

Demonstration. Polizeigewalt ist nicht nur ein US-amerikanisches Problem. Zum Gedenken an George Floyds sechs-monatigen Ablebens wurde in Bochum demonstriert. 

Vergangenen Samstag haben sich rund 200 Menschen vor dem Bergbaumuseum versammelt und wollten ein Zeichen gegen die Polizeigewalt weltweit setzen. Mehr noch, ein Zeichen für mehr Akzeptanz und soziale Gerechtigkeit für Menschen mit internationaler Geschichte in einer weißen Mehrheitsgesellschaft. Um das umzusetzen, luden der Revolutionäre Jugendbund und die Panthifa zur Demonstration ein. Letztere ist eine antikapitalistische, antikoloniale und intersektionale Gruppe von Schwarzen für Schwarze. Unterstützt wurde der Protest von BCF Essen, Rise Up Wuppertal, Fridays for Future und vielen Einzelpersonen, die ihre Hilfe anboten. 

Mit Maske und großem Interesse versammelten sich bei niedrigen Temperaturen die Demonstrierenden auf der Wiese vor dem Museum. Doch bevor es richtig los gehen konnte und während sich die Organisator:innen und Redner:innen noch vorbereiteten, gab es den ersten kleinen Gegenprotest einer Querdenkerin. Da sich die Demonstrierenden an die Corona-Schutzmaßnahmen hielten und Masken trugen, beschwerte sie sich lauthals und warf den Demonstrierenden vor, dass sie die eigentlichen Nazis seien und von dem Demokratiegedanken weit entfernt seien. Die Gegendemonstrantin ohne Maske wurde anschließend von der Polizei des Platzes verwiesen. Darauffolgend starteten die Redner:innen und somit begann die Demonstration friedlich. Nach den ersten Reden ging es weiter Richtung Rathaus, wo es eine Schweigeminute gab. 

Die Route führte am Polizeipräsidium Bochum vorbei, wo lauthals Kritik an der Polizeigewalt und das Schweigen im Fall des NSU 2.0 geübt wurde. Ein Gründungsmitglied der Panthifa zog abschließend das Fazit: „Wir waren zufrieden mit der Demo. Es sind mehr Leute gekommen, als erwartet.“ Er führt fort: „Die Stimmung und die Reden haben uns dabei geholfen, das Thema wieder auf die Straße zu bringen und das war uns wichtig!“ Mehr noch, er sieht sich bestärkt. „Auch wenn es unsere erste Demo war, sind wir nicht müde, Schwarze Menschen im Ruhrgebiet zu animieren, aktiv zu werden“, sagte das Gründungsmitglied hoffnungsvoll.

                  :Abena Appiah