Die interessantesten Kulturprojekte beim Sparkassen-Voting
Geld zu verschenken
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Sparkassen-Aktion füllt leere Künstlerkassen in Bochum. Foto: mar
Sparkassen-Aktion füllt leere Künstlerkassen in Bochum.
Anlässlich ihres 175-jährigen Bestehens zeigt sich die Sparkasse Bochum spendabel: 175 Bochumer Projekte, Vereine und Initiativen werden mit je 1.750 Euro unterstützt. Wer die Förderung erhält, wird größtenteils über eine Online-Abstimmung bestimmt. Noch bis zum 7. Juli habt Ihr die Möglichkeit, einmal täglich für Euren Favoriten in der Kategorie „Kunst & Kultur“ abzustimmen. Die :bsz stellt Euch ein paar der interessantesten und förderungswürdigsten AnwärterInnen vor.
 
Wer das Geld bekommt, entscheidet sich in 150 Fällen (je 50 pro Kategorie) durch eine Abstimmung im Netz, je acht zusätzliche Projekte werden von einer Jury ausgewählt und „zusätzlich nominiert die Jury ein Projekt, das für unsere Stadt eine besondere Tragweite und Bedeutung hat, für einen Sonderpreis“, wie es auf der Aktionshomepage heißt. Zusammen macht das die magische Zahl von 175 Projekten.
Die Kategorien heißen „Sport & Fitness“, „Kunst & Kultur“ und „Mensch & Gesellschaft“. Die Abstimmung für die Sportkategorie ist bereits beendet. Mit 8.364 Stimmen hat die Tauchsportgemeinschaft Biber Bochum e.V. mit einer Jugendfreizeit in Bochums thüringischer Partnerstadt Nordhausen im Voting ganz vorne gelegen. Für die Kategorie „Mensch & Gesellschaft“ beginnt die Bewerbungsphase Anfang September; die Voting-Phase Ende Oktober oder Anfang November.
Noch bis zum 7. Juli läuft hingegen das Voting für „Kunst & Kultur“-Projekte. 163 Initiativen stehen zur Auswahl, darunter ist wahrscheinlich jede Bochumer Schule mit ihrem Förderverein vertreten und auch die Zahl der „klassischen“ Vereine, also Sport-, Gesangs- und Schützenvereine sowie Spielmannszüge und Karnevalsgesellschaften, ist Legion. Ohne die Förderungswürdigkeit dieser Bewerbungen in Frage stellen zu wollen (die meisten Vereine brauchen das Geld für eine neue Ausstattung), wollen wir hier mal ein paar weitere, interessante Projekte vorstellen, für die Ihr Eure Stimme abgeben könnt.

Neue Regale für die Frauengeschichte

Ebenfalls dringend neue Ausstattung benötigt das Frauenarchiv ausZeiten e.V. an der Herner Straße. Das feministische Archiv wurde 1995 gegründet und sammelt historische und aktuelle Zeugnisse der (Bochumer) Frauengeschichte, egal ob Zeitungsberichte, Bücher oder Plakate. Das Videoarchiv umfasst mehr als 1.500 Filme zum Thema. Für eine sachgemäße Lagerung dieser Dokumente benötigt der Verein neue Regale, die von dem Geld angeschafft werden sollen. Derzeit liegt ausZeiten mit 1645 Stimmen auf Platz 63 und somit außerhalb der GewinnerInnenplätze.
Ebenfalls um Möblierung im weitesten Sinn geht es dem Puzzleum. Das „erste u. einzige deutsche Puzzlemuseum mit ca. 900 unterschiedlichen Geduldspielen“ braucht das Geld für die Beleuchtung seiner Vitrinen. Mit lediglich 44 Stimmen liegt es allerdings auf dem elftletzten Platz in der Rangliste und hat somit wohl kaum noch Chancen auf einen Preis. Allerdings dürfte die kuriose Information, dass es ein Puzzlemuseum in Bochum-Gerthe gibt, den meisten neu sein.

Zwischen Kunst und Wissenschaft, zwischen Bochum und Tel Aviv

Mehr als nur Möbel anschaffen, sondern etwas auf die Beine stellen: darum geht es dem „Verein für kulturellen Transfer“ Ostwest. Die eindreivierteltausend Euro sollen dem Projekt „HEIMAT - STADT KUNST verbindet Amsterdam. BOCHUM. Danzig. Tel Aviv.“ zugute kommen. Unter diesem Titel sollen unterschiedliche Kunstformen aus Mitteleuropa zusammenkommen und eine Brücke nach Israel schlagen. Neben der Ausstellung des polnischen Künstlers Jarek Lukaszewicz beschäftigt sich die Literatur der beiden Bochumer Schriftstellerinnen  Heide Rieck und Anja Liedke mit Israel. Für Musik sollen der Schlagzeuger Roberto Haliffi und eine Klezmergruppe aus Amsterdam sorgen. Das Projekt wird vom Fachschaftsrat Slavistik und Russische Kultur ausdrücklich unterstützt und liegt auf einem guten zwölften Platz.
Die Verbindung unterschiedlicher Kunstformen und den Bezug zur Universität hat auch „brink“. „Das Magazin zwischen Kunst und Wissenschaft“ wird in vorwiegend studentischer Initiative (unter anderem an der Ruhr-Uni) entwickelt und herausgegeben. Neben dem Magazin gibt es auch das „Ereignis“ – ebenfalls ein Kulturfestival – und weitere Veranstaltungen, die beweisen wollen, dass die wissenschaftliche Beschäftigung mit Kunst nicht so dröge sein muss, wie sie es an der Universität oftmals ist. 3920 Stimmen und ein 30. Platz sind dafür auf jeden Fall nicht genug.
Es gibt noch viele weitere spannende Projekte, die das Geld auf jeden Fall verdient hätten. Geht also voten, egal für wen, aber gebt eure Stimmen ab.
 
Noch bis zum 7. Juli kann jede E-Mail-Adresse einmal am Tag eine Stimme abgeben unter:
 
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