Studierende werden übergangen!
Geld über Studierende
Foto: lor
Ort des Unfriedens: Das Musische Zentrum.Foto: lor
Ort des Unfriedens: Das Musische Zentrum.

Kommentar. Die analoge Fotografie fällt im Musischen Zentrum weg. Die Studierenden sind die VerliererInnen der Umstrukturierung. 

Nun ist es also amtlich: Die Räumlichkeiten für die analoge Fotografie werden abgebaut. Zumindest in den nächsten zwei Jahren werden keine Kurse in dieser Sparte – weder analog noch digital – angeboten. Vertröstet wird man auf ein Rotationsprinzip, die gute alte Fotografie kommt schon irgendwann dran. Vor allem, wenn schon eine Generation von Studierenden die Option, Fotografie zu erlernen, gar nicht mehr geboten bekommt …

Mit der Entscheidung der neuen Leitung für den Bereich „Künstlerische Gestaltung und Visuelle Medien“ wird nicht nur das beliebte Format der analogen Fotografie zu Grabe getragen, sondern diejenigen vor den Kopf gestoßen, die den Kern des Musischen Zentrums bilden: Die kunstschaffenden Studierenden. Diesen wird ein künstlerisches Angebot genommen, das sich bisher größter Beliebtheit erfreut hat. Die Zahl der Kurse der vergangenen Semester, die allesamt ausgebucht waren, sind Beleg genug. Die Popularitätswelle, derer sich die analoge Fotografie momentan erfreut, wird mit dieser Entscheidung ignoriert. 

Was für Partizipation

Die Signale, die die Verantwortlichen damit senden, sind überdeutlich. Erstens: Kunstformen werden auf Kosten anderer Schwerpunkte gestrichen. Die analoge Fotografie ist in den Augen der Verantwortlichen eine Nische, die sich finanziell nicht rentiert. Andererseits deutet die Abschaffung der Fotografie trotz Protesten darauf hin, dass nicht die Studierenden das Musische Zentrum regieren, sondern, wie so oft in tragischen Geschichten, das liebe Geld. Zur Verdeutlichung: Diese Entscheidung wurde treffsicher kurz vor der Konstituierung der neu eingerichteten studentischen Programmkonferenz gefällt, die geschaffen wurde, damit Studierende mitbestimmen können. Hoppla!  

Natürlich ist in erster Linie die Bereichsleitung für das Programm in finaler Weise verantwortlich. Dass Studierende aber nicht einmal in Entscheidungsprozesse einbezogen werden, die sie betreffen, ist tragisch.  

:Andrea Lorenz