Bochumer Restaurants beklagen finanzielle Verluste
Gebühr fürs Weihnachtsessen?
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Erst reserviert, dann abgesagt: so machen Lokale Verluste. Foto: ken
Erst reserviert, dann abgesagt: so machen Lokale Verluste.

Weihnachtszeit ist Essengehzeit. Doch was ist, wenn man den reservierten Tisch nicht wahrnimmt? Als GastronomIn bleibt man oft auf hohen Kosten sitzen. Deshalb fordern einige Bochumer GaststättenbetreiberInnen – abhängig von den jetzt anstehenden Feiertagen – für das kommende Jahr eine Reservierungsgebühr, die verrechnet werden soll, wenn die Gäste wie geplant erscheinen.

Sankt Martin steht vor der Tür, bis zum Advent ist nicht mehr lang hin und Weihnachten ist auch schon wieder bald. Zeit, gut essen zu gehen. Ob groß mit der ganzen Familie oder im kleinen Rahmen mit guten FreundInnen – wer auf Nummer sicher gehen will, dass er nicht abgewiesen wird, reserviert dann einen Tisch. Wenn was dazwischen kommt – einfach absagen oder es sein lassen. 

Für die Gaststätte kann dies große Verluste bedeuten. Bis zu mehrere tausend Euro, wie der Hotel- und Gaststättenverband (DEHOGA) Radio Bochum gegenüber äußerte. Denn sie kalkulieren mit der Reservierung, richten vielleicht sogar den Einkauf danach aus, setzen mehr Personal ein als sie es sonst tun würden oder weisen gar zahlungswillige Kundschaft ab, weil das Lokal ausgebucht ist. Gerko Hegerfeld von DEHOGA meint, es gebe zwar Fälle von Vorkasse bei größeren Gesellschaften, kleineren Gruppen würde man aber des enormen bürokratischen Aufwands wegen davon abraten.

Bezahlen für Reservierungen

Konkrete Schwierigkeiten mit nicht wahrgenommenen Reservierungen soll die Gaststätte „Mutter Wittig“ haben. Betreiber Adrian Dellwig  ist deshalb für eine Reservierungsgebühr, die am Ende des Besuchs mit den Kosten des Abends verrechnet wird. 

Lukas Rüger vom Livingroom meint, Reservierungen würden schonmal nicht angenommen. Wenn man damit nicht leben könne, sollte man sich überlegen, ob man im richtigen Beruf sei. Allerdings hätte seine Lokalität auch wenig Probleme mit nicht wahrgenommenen Reservierungen, bei circa 100.000 GästInnen sagten vielleicht 100 nicht ab oder erscheinen nicht. Er hält die Gebühr für nicht umsetzbar. Auch im Game in Bochum hätten GästInnen in letzter Zeit öfter abgesagt. Das seien zwar ärgerliche Verluste, über eine Reservierungsgebühr denke man aber auch dort nicht nach. 

:Kendra Smielowski