Alles grün, oder was?
Ganz schön nachhaltig, oder?
Bild: ken
Hier sind nur die Moneten grün.

Greenwashing. Grün ist das neue Sexy! Aus diesem Grund zeigen sich immer mehr Unternehmen umweltbewusst. Sie bringen Produkte nahezu gleicher Qualität und verkaufen Produkte als fair und grün, doch ist das wirklich so oder täuscht der Eindruck und es hat sich nichts verändert?

Das Markenimage ist wichtig, das wissen gerade die Unternehmer:innen. In den letzten Jahren und ins besondere durch die Fridays for Future-Bewegungen und dem Schwinden der endlichen Ressourcen steigen viele Betriebe auf den Grünen Zug auf. Sie wollen sich neu aufstellen und das am besten mit dem Prädikat „ökologisch wertvoll“. So behaupten Unternehmen gerne, dass etwas frei von Mitteln ist, die längst verboten sind. Wie zum Beispiel der Aufdruck FCKW-frei auf Spraydosen. Das Treibmittel ist aber schon seit längerem in Deutschland verboten. Die Betriebe arbeiten vermeintlich nach der Grundidee der Corporate Social Responsibility (CSR), deren Motto lautet: „Tue Gutes und sprich drüber!“ Aber hierbei sollte es sich auch ums nachhaltige wirtschaften handeln und nicht nur darum die Idee zu missbrauchen. 

Warum Greenwashing?

Für die Unternehmen stehen ökonomisch Ziele im Vordergrund. So können Betriebe sich nach außen hin klimabewusst und ökologisch zeigen, handeln aber nur aus wirtschaftlichen Interessen und erhoffen sich einen größeren Gewinn zu erwirtschaften. Natürlich ist ein grünes Image ein schöner Nebeneffekt, denn das Gewissen kauft mittlerweile mit und dafür zahlen die, die sich es leisten können auch gerne mal mehr. Dennoch steht dahinter oftmals auch eine Lobby von Unternehmen, die die Politik mit ihren Angeboten und Geld Beeinflussen und am Ende durch den vermeintlichen Klimaschutz politische Vorteile ge
nießen können. 

Worauf solltet Ihr achten:

Wenn Ihr Frischwaren kauft, achtet drauf, dass sie aus Eurer Region sind. Insbesondere bei Warenstücken, die nicht saisonal sind, wird gern mal gemogelt. Hierbei solltet Ihr darauf achten, dass sich auf der Ware keine falschen Siegel darauf befinden. Das gleiche gilt auch bei Fleisch. Viele Siegel die Grün sein sollen sind es nämlich nicht. Insbesondere wenn es um CO2-Zertifikate geht, kaufen sich einige Firmen gern ein positives Image dazu. 

Damit Ihr Euch im Dschungel der Zertifikate nicht verirrt, haben wir Euch ein mit den wichtigsten Siegeln und Prüfseiten zusammengesucht:

klima-luegendetektor.de

lobbycontrol.de

siegelklarheit.de

 

Six Sins of Greenwashing laut: Klimawandel-Global

    1. Sin of the Hidden Trade-Off:

Bei der Herstellung der Produkte werden die umweltfreundlichen Merkmale herausgestellt trotz Produkteigenschaften die schmutzige Merkmale aufzeigt.

    2. Sin of No Proof:

Es wird ein umweltfreundliches Attribut vorgegeben, jedoch ohne Beweis. 

    3. Sin of Vagueness:

Formulierungen, die nicht eindeutig sind, die bewusst Konsument:innen verwirren sollen. 

    4. Sin of Irrelevance

Eine positive Produkteigenschaft wird betont, die aber eine völlig irrelevante ist.

    5. Sin of Fibbing

Das Vortäuschen eines grünes Produktes. (Lüge)

6. Sin of Lesser of Two Evils

Produkte hinter denen ein kleiner Teil nachhaltig sind, dennoch  umweltunfreundlich sind.   

Unser Senf!

Insbesondere große Unternehmen wie Amazon oder die Giganten der Kleidungsindustrie wollen, dass Ihr denkt, Ihr tut etwas Gutes, wenn Ihr bestimmte Produkte kauft. Beispielsweise alte Sachen bei einem schwedischen Modeunternehmen abgeben und dann einen Gutschein für einen neuen Einkauf bekommen. Der soll natürlich dann auch nachhaltig sein. Oder mit Ikea mega auf den Recylingzug aufzusteigen, da sie jetzt Schafsfelle aus Plastikflaschen herstellen, aber in den letzten zehn Jahren 2,16 Millionen Kubikmeter Holz illegal gefällt haben. Es scheint so einfach sich ins grüne Licht zu rücken, jedoch ist es schwieriger zu erkennen, wie es hinter den Kulissen aussieht. Und wie immer zählt auch hier nicht alles was glänzt ist auch grün! 

:Abena Appiah