Studi-Armut ist leider keine Seltenheit
Freitischmarken für die Mensa
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Brieftasche leer – Magen leer: Komponentenessen wird dank Freitischmarke zum Schlemmer-Menü. Foto: Public Domain
Brieftasche leer – Magen leer: Komponentenessen wird dank Freitischmarke zum Schlemmer-Menü.

Für einige Studis reicht das Geld am Ende des Monats nicht aus. Viele sind nicht Bafög-berechtigt, bekommen keine finanzielle Unterstützung vom Elternhaus oder kommen aus dem Ausland. Vergangene Woche wandte sich eine Person, die anonym bleiben möchte, an „RUB bekennt Farbe“. Sie bemängelte die Nichtaushändigung von Freitischmarken, obwohl ihr diese, nach ihrem Ermessen, zustehen. Was soll man nun machen, wenn nicht mal Geld für eine warme Mahlzeit vorhanden ist? 

Seit vielen Jahren bieten AStA und Akafö für bedürftige Studierende Essensmarken für die Mensa an – die sogenannten Freitischmarken. 

„Freitischmarken sind eigentlich Münzen“, so Peter van Dyk, Pressesprecher des Akafö. Für eine Münze bekommt man ein Komponentenessen in der Mensa. „Im Schnitt bekommt einE StudentIn 15 Münzen im Monat, es gibt aber auch Studierende, die für jeden Tag eine Freitischmarke bekommen und wiederum andere, die nur fünf brauchen. Dies wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden“, erklärt van Dyk weiter. Zurzeit wird noch mit den Münzen in der Mensa bezahlt, demnächst soll jedoch das Verfahren so umgestellt werden, dass der Betrag auf die Studierendenkarte überwiesen wird. Damit können Betroffene in allen Akafö-Gaststätten bezahlen und sich außerhalb des Komponentenessens bewegen.  

Bezahlt werden die 1.800 Münzen – die Gesamtheit der Münzen im Umlauf – vom Akafö (40 Prozent) und vom AStA (60 Prozent). Momentan sind alle Münzen verteilt und es werden etwa 60 bis 100 Studierende damit unterstützt. „Gerade sind keine physikalischen Münzen da. Also ist nicht das Geld das Problem. Mit dem Aufladen umgeht man das Problem komplett. Falls ein finanzieller Ausbau benötigt wird, streben wir ihn an.“, erklärt David Semenowicz, Finanzreferent des AStA. 

Hilfe gerne in Anspruch nehmen

Studis, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind, können sich im Service des Akafö bei Frau Anke Reckmann melden. Die vollständigen Kontoauszüge aller Konten der letzten drei Monate und die aktuelle Studienbescheinigung müssen mitgebracht werden. Jeder Fall wird einzeln geprüft und es wird entschieden, wer die Freitischmarken in Anspruch nehmen kann. Wer jetzt schon weiß, dass der kommende Sozialbeitrag nicht gestemmt werden kann, hat auch im  AStA eine Anlaufstelle. 

Weitere Infos gibt es auf asta-bochum.de

              :Sarah Tsah

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