Trotz vielen Bemühungen kein Fortschritt?
Frauen in führenden Positionen an Hochschulen
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Symbolbild

Ein ausgiebig diskutiertes Thema macht im Datenreport Geschlechtergleichstellung wieder seine Runden und macht Besserungsbedarf deutlich. 

Viele Bemühungen wurden in den letzten Jahrzehnten an Hochschulen unternommen, um eine gleichmäßige Repräsentation von Frauen und Männern in der Wissenschaft sicherzustellen. Der aktuelle Datenreport Geschlechtergleichstellung in Hochschulregimen des Leibniz-Instituts für Sozialwissenschaften (GESIS) zeigt, dass Frauen in leitenden Positionen an Hochschulen und Fakultäten weiterhin unterrepräsentiert bleiben. Der Report stützt sich auf Daten des Statistischen Bundesamtes und eigenen Erhebungen des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung (CEWS), ein Team innerhalb des Leipziger Instituts. Das Resümee des Reports lautet, dass weiterhin Gleichstellungsmaßnahmen nötig sind. Die Zahlen geben dem Institut recht, denn 2020 betrug der Anteil an Rektorinnen und Präsidentinnen an deutschen Hochschulen nur 25 Prozent. Wenn Vizepräsidentinnen, Kanzlerinnen und Prorektorinnen mitgerechnet werden, steigt der Prozentsatz nur gering auf 30 Prozent. 

Unter Hochschulräten liegt der Frauenanteil bei 37 Prozent und nur jede fünfte Fakultät wird von einer Frau geleitet. In den letzten 20 Jahren stieg der Frauenanteil in führenden Po-sitionen um 20 Prozent, bleibt dabei aber noch weit entfernt von einer gleichgestellten Beteiligung. Im Frauenanteil an den Habilitationen kam es sogar zu einem leichten Rückgang. Waren es 2020 noch 35 Prozent kam man 2021 auf 34 Prozent, diese Zahlen sind gegenüber 2011 mit 25 Prozent dennoch ein Schritt in die richtige Richtung. 

 

An einigen deutschen Universitäten tragen die Bemühungen zur Gleichstellung Früchte. So sind im Ranking des CEWS Berlin, Brandenburg und Hamburg Spitzenreiter bei der Geschlechtergleichstellung an Hochschulen. Schlusslichter dieser Statistiken finden sich in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen. Im Ranking belegen die Universitäten in Bielefeld und Potsdam sowie die Universität der Bundeswehr in München die obersten Positionen. An den Fachhochschulen kann die Hochschule für Gesundheit Bochum und die Europäische Fachhochschule Rhein/Erft glänzen. Unter den künstlerischen Hochschulen schneiden die Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin und die Kunsthochschule für Medien Köln mit der Höchstpunktzahl am besten ab. Ernüchternd schnitt dabei die TH Bochum ab, die keinerlei Punkte erhalten hat.  

Weitere Bemühungen zur Gleichstellung der Geschlechter kündigte letzte Woche auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) an. Gleichzeitig wolle man die Maßnahmen auf mehr Diversität ausrichten. Das Thema Diversität werde zudem auch in die forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Förderungsorganisation aufgenommen. Neben Geschlecht und
Geschlechtsidentitätumfassen die Standards nun auch Herkunft, Religion und Weltanschauung, Behinderungen und chronische Erkrankungen.         
 

  :Artur Airich

 
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