Enterprise+ stellt sich gegen Jugendarbeitslosigkeit
Frühzeitig Wirtschaftstalente entdecken

Förderung. Das RUB-Projekt „Enterprise+“ fördert in EU-Ländern mit hoher Jugendarbeitslosigkeit junge Talente im Wirtschaftsbereich und bietet Perspektiven an. 

Griechenland hatte 2016 eine Quote von 50,4 Prozent Jugendarbeitslosigkeit, in Spanien waren es ‚nur‘ 43,9 Prozent. Dieser Tendenz entgegenzuwirken und den jungen Erwachsenen eine Perspektive zu geben, ist das Ziel des Forschungsprojekts „Enterprise+“, das 2014 startete. Unter der Leitung von Arbeitswissenschaftler Dr. Martin Kröll (RUB) hat sich ein Projekt entwickelt, das „Wirtschaftssenioren“ (ManagerInnen und Führungskräfte von Unternehmen) aus fünf EU-Ländern (Bulgarien, Griechenland, Ungarn, Spanien und Litauen) zu MentorInnen und Talentscouts ausbildet, um junge Wirtschaftstalente frühzeitig zu erkennen und zu fördern.  Nach drei Jahren endet „Enterprise+“ im August dieses Jahres; das Projekt „Job Developer“ kann als Folgeprojekt verstanden werden, ist bewilligt und läuft bereits. 

„Professionalität statt Aktivismus“

Ausgebildet wurden 50 Talentscouts und 50 MentorInnen. Dabei geht es weniger darum, die Jugendlichen direkt aus der Arbeitslosigkeit zu holen, als vielmehr Netzwerke zu bilden, die die Projektarbeit dann fortsetzen. „Institutionelle Organisationen aufbauen, die helfen“, sei das Ziel, so Martin Kröll. Er setzte dabei auf „Professionalität statt Aktivismus“. 

Das Besondere an dem Projekt sei zum einen das Tool, mit dem gearbeitet wird. Basierend auf Assessmenttests werden die Talente der Jugendlichen herausgekitzelt. Das Gesamtprojekt hebe sich vor allem dadurch ab, dass es „das Feststellen von Kompetenzen mit den Wirtschaftssenioren“ kombiniere.  „Das gibt es in der Form noch nicht“, so Kröll. 

Finanziert wird das Projekt vollständig von der EU-Kommission. Am 1. und 2. Juni findet an der RUB eine Konferenz unter dem Thema „Entrepreneurship Education in Europa“ statt, bei der diskutiert wird, wie sich die entwickelten Konzepte weiter etablieren lassen. Weitere Infos unter www.enterpriseplusproject.eu.

:Kendra Smielowski