RUB Flohmarkt
Flohmarkt zwischen Seminaren? Na klar!

Der Campus der Ruhr-Universität Bochum wurde am Freitag (15.07.22) zum Insider Thrift Shop umgewandelt. Einmal um die Uni-Bibliothek (UB) rum, am Repair Café entlang, ging der „Nachhaltigskeits-Flohmarkt“. Veranstaltet wurde das ganze vom AStA und ich war mit Stand und Aufnahmegerät für Euch dabei. Diskriminierung an Hochschulen wahrzunehmen.  

Ob Studis, Schüler:innen, Kinder, Eltern, ältere Leute – sie alle waren beim trödeln dabei! Eine bunte Vielfalt an Menschen schaute gespannt auf von dem ersten Nachhaltigkeits-Flohmarkt der RUB vorbei. Als Ersatz zum Sommerfest, das auch dieses Jahr an der RUB ausfiel, konnte die Idee vom Studi-Flohmarkt mal ausgetestet werden, so AStA-Koordinatorin Nur Demir.  Und es scheint überaus gut angekommen zu sein, denn die Standanmeldungen waren schnell abgeschlossen und es gab eine Warteliste für die, die es nicht direkt geschafft hatten. Nachdem rechtzeitig die Reservierungsgebühr von 10 Euro überwiesen wurde (gab es nach dem Abbau des Standes zurück) und die ganz Wohnung, wegen des ausmisten, auf den Kopf gestellt wurde, ging es am 15. Juli ab 10:30 Uhr los mit dem Aufbau. Schleppen war angesagt, denn die Fahrzeuge durften nicht auf die Wakelplatten. Zum Glück teilte ich mir den Stand mit einer Freundin, diese brachten ihren Partner zum Helfen und dieser brachte einen Einkaufswagen als Hilfestellung mit. Eineinhalb Stunden später war der Flohmarkt eröffnet und die ersten Trödler:innen schlenderten los.   

Ein besonderer Fokus wurde auf den nachhaltigen Aspekt des Flohmarkts gelegt. Diesen brachten neben den aussortierten Sachen der Studierenden, auch die umweltschützenden Initiativen mit, wie zum Beispiel Enactus, Weniger e.V., USB oder Young Perspectives (YP). Der AStA versorgte die Besuchenden mit Essen, Getränken und „ein Glücksrad für tolle Gewinne“. Dabei zeigt sich ein großes Interesse an veganem Essen. Das Highlight des Ganzen waren natürlich die Stände der Studis, die aus allen möglichen Fakultäten anwesend waren. Ein, wie ich finde, mega nicer Bonus am diesem Flohmarkt: Eine:r kann sich mit gefühlt der ganzen Universität auf einmal vernetzen. Von Archäologie bis Volkswirtschaftslehre scheinen alle, ob als Besucher:in oder Teilnehmer:in, vertreten zu sein.  

Es gab nicht nur eine vielfältige Anwesenheit an Leuten sondern auch an Sachen – interessant was Leute so bei sich Zuhause hatten. Was auffällt: je nischiger desto besser! Am meisten wurden Klamotten verkauft, was die „Konkurrenz“ sehr groß machte. Blickfänger waren aber außergewöhnliche Dekorationen, Spiele und Pflanzen. „Miris-Stand“ zum Beispiel bot Klamotten im japanischen Style an, was Interessent:innen anlockte. „Lars ordnet alles“ so Miri, „Und Miri arbeitet bei Humana. Wir haben hierfür auf jeden Fall trainiert!“ so Lars scherzhaft. Ihren Stand hatten sie direkt vorm UB-Eingang, was, neben ihrer positiven Ausstrahlung, eine Rolle für den Andrang der Leute spielen könnte. Beim Erfragen, wie es für einen der Seiten-Stände ist, bekam ich folgende Antwort: „Grundsätzliche auf jeden Fall eine schöne Idee“ aber ein Kritikpunkt hat Jana, Flohmarkts-Verkäuferin und Lehramtstudentin: „Es kommt drauf an, wo man den Stand hat und wie viele Leute da dran vorbeilaufen. Gerade vor der Bibliothek tummelt sich alles. Wenn man hier ist, so die Seitenwege lang, wirds schon bisschen schwieriger. Da müssen die Leute dann gezielt langlaufen.“ Ein paar weitere Kritikpunkte, die ich meiner Umfrage entnommen habe: Es gab zu wenig Essen, eine breitere Auswahl an Sachen wurde sich gewünscht (zum Beispiel mehr für Kinder) und Musik hat gefehlt.  

Wodrin sich aber Besuchende und Standteilnehmende einig waren: Vor allem der Austausch mit den Menschen hat Spaß gemacht! Denn eine Sache, die diesen Flohmarkt ausmacht, ist definitiv das Storytelling und einfach miteinander quatschen. Nach so zwei „Lockdown-Jahren“ hat mensch scheinbar viel an Reden nachzuholen. Ich selbst ging mit null Erwartungen in diesen Flohmarkt, und hatte einfach Lust mit meiner Freundin zu chillen und mich von der Energie der Leute anstecken zu lassen. Die Schlussbilanz von AStA-Koordinatorin Nur Demir: „Es ist alles gut gelaufen. Alle haben Spaß und konnten hoffentlich ihre Sachen verkaufen.“ Dem Stimmungsbild den ich entnommen habe, hat sich dieser Flohmarkt alle Male gelohnt. Beim Abbau fuhren die Teilnehmer:innen mit deutlich weniger Sachen, als sie kamen und die Interessent:innen hatten ein breites Lächeln mit den Schätzen die sie hier entdeckt haben. 

Es muss Mainstream, aber auch Hipster sein. Eine schmale Verkaufsgrenze, aber ein breites Angebot zum Bezahlen. Ihr versteht nicht so ganz? Hier acht Tipps für Euren Flohmarkt-Verkauf

 

Helfende Hände: Fragt Eure Familie und/oder Freund:innen, ob sie beim Transportieren und Aufstellen der Sachen helfen können. So werdet ihr rechtzeitig zu Beginn des Flohmarkts fertig und seid ready zum Verkaufen.

Mehr als Barzahlung: Bietet PayPal, Klarna, Sofort-Überweisung und Sonstige Bargeldlose Bezahlungsformen an. So habt ihr ein breiteres Publikum, könnt Euch sicher sein, dass das Geld auch real ist und müsst nicht so viel Geld mit Euch rumschleppen.

Einen Bonus anbieten: Menschen lieben Geschenke, also gebt zu dem was die Leute kaufen noch eine Kleinigkeit gratis dazu. Dafür könnt ihr eine „Umsonst-Kiste“ schaffen oder Bonbons vergeben.  

Verständliche Schilder: Mit einer lesbaren Schrift und bunter Farbe auf die Sachen, die zum Verkauf sind, hindeuten. Achtung: Keine Preisschilder machen. Das könnte für Eure Verhandlungstaktik von Nachteil sein.

Breite Hipster-Auswahl: Denkt so nischig, aber gleichzeitig auch so vielfältig wie möglich. Haustierkleidung, Kinderspielzeug, Pflanzen, die Doctor Who Collection – all das gepaart mit gängigen Trödelmarkts-Gegenständen, wie Bücher, Tassen und Klamotten bringen Euch eine höher Verkaufs-Chance.

Ausgefallen Kleiden: Mit diesem Tipp können auch Drinnies punkten. Je bunter, schriller die Kleidung umso mehr Aufmerksamkeit richtet Ihr auf Euren Stand. Dabei braucht Ihr noch nicht einmal mit Leuten zu sprechen – naja also spätestens, wenn die Leute zahlen wollen, schon. 

Zu zweit ist es eine Party: Führt mit einer befreundeten Person einen Stand und teilt Euch die Aufgaben auf. Zum Beispiel kann eine die linke und die andere die rechte Seite machen oder die eine macht auf den Stand aufmerksam und die andere beantworte Fragen zu den Sachen.
 

Fun, fun, fun: Bei all dem sollte vor allem Spaß ganz oben stehen. Dazu könnt ihr es Euch mit Getränken, Lieblingssnack und Musik gemütlich machen. Wenn ihr leise angenehme Songs laufen lasst, dann tut es nicht nur Euch gut, sondern auch möglichen Interessent:innen.

:naro

 

 
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