Maskenball
Fahr weg! Am besten mit dem Rad
Bild:kjan
Badehose im Gepäck – Und Maske on your mind?

Covid-19. Die letzten Tage wirken wie ein verwirrender Routenlauf durch „Was darf ich (nicht)“ und „Was sollte ich (nicht)“-Fragen: Die Regeln des halbnormalen Alltags.

Es ist fast irritierend wie selbstverständlich sich manche Teile unseres Alltags mittlerweile wieder anfühlen. Wir sitzen in vollen Cafés und Kneipen, laufen mit der Maske rein und sitzen dann ohne diese gemeinsam am Tisch, lachen, essen, trinken; alles scheint normal. Es wirkt fast so als hätten wir es überstanden! Man hört immer weniger von Menschen in seinem Umkreis die sich infiziert haben, wenn man denn überhaupt schon einen Fall im näheren Umfeld hatte. Es wirkt als wäre Corona mittlerweile für uns ein Ding, das sich vor allem im Ausland abspielt, selbst wenn dem klar nicht so ist. Auch wenn man immer wieder von neuen Ausbrüchen selbst in NRW hört und liest, nehmen es viele nicht mehr wirklich ernst und sehen keine Bedrohung. Es ist doch alles fast normal, bis auf die Masken. Aber die tragen viele auch schon weniger und weniger konsequent. „Muss ich jetzt am Bahnsteig schon die Maske tragen, oder erst beim Reingehen?“ Wenn uns solche Fragen nicht immer wieder dran erinnern würden, hätte manch eine:r von uns ganz vergessen in welcher Situation wir uns befinden. Wir dürfen jetzt wieder verreisen? Aber im Supermarkt darf ich mich nicht ohne Einkaufswagen durch die Korridore bewegen? 

Bei solchen Regelungen kann manch eine:r nach den letzten Wochen erst einmal verdutzt sein. Auch das: Die Kundschaft sitzt ohne Maske an den Tischen in Lokalen, teilweise viel zu eng beieinander, während der:die hart schuftende:r Kellner:in während der Arbeit seine beziehungsweise ihre Maske tragen muss. Irgendwie Hard Knock Life. 

Klar, in Restaurants kann man nicht verlangen, dass die Leute beim Essen für jeden Bissen die Maske an- und abheben sollen. Nichtsdestotrotz: die armen Kellner:innen! Und nicht nur das, die Regelung mit den zehn Personen pro Tisch in Kneipen… Das mag ja in der Theorie ganz vernünftig sein, wenn jedoch jede:r Wirt:in dazu auffordert, nur zu zehnt an einem Tisch zu sitzen und somit Gruppen, die diese Anzahl übersteigen aufteilt, um sie mit fremden Menschen an einem Tisch zu vereinen, nur damit die Zahl unter zehn Personen pro Tisch bleibt, trägt er:sie auch dazu bei, dass Haushalte, die sonst keinen Kontakt miteinander gehabt hätten, beisammen sitzen, plötzlich miteinander interagieren und potenziell eine Infektionskette verlängern könnten. Da wäre es vernünftiger die Gruppe die zuvor schon zu mehr als zehn Leuten unterwegs war und schon Kontakt hatte, zusammen sitzen zu lassen. Doch diese willkürlichen Reglungen werden den meisten Wirt:innen auch einfach als Richtlinien vorgelegt und sie kommen nicht von ihnen selbst. Doch wie sehr achtet man schon auf diese Regeln, sobald der Abend etwas lustiger wird? Da tut es einem leid wie oft Wirt:innen und Kellner:innen dazu ermahnen, die Regeln zu beachten.

:Christian Feras Kaddoura