Das erste Mal veranstaltete die Slammerin Felicitas Friedrich eine Soloshow – Wir haben mit Ihr gesprochen
Es ist nie so schwer wie es scheint
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Das erste Mal veranstaltete die Slammerin Felicitas Friedrich eine Soloshow – Wir haben mit ihr gesprochen.  Bild: stem
Das erste Mal veranstaltete die Slammerin Felicitas Friedrich eine Soloshow – Wir haben mit ihr gesprochen.

Slam Poetry. Zwei Felis in einem: In der Studi-Kneipe „Felis“ in Essen brachte die Slammerin und RUB-Studentin Felicitas Friedrich ihre erste Bühnenshow „Feli zieht das durch“ vors Publikum. Im Interview erzählt sie, was sie empfand und wie ihre Texte entstehen.

:bsz: Und, wie geht es Dir jetzt nach der Show?

Feli: Ich bin ziemlich fertig! Ich bin sehr … ich habe meine Gedanken noch nicht geordnet. (lacht) Es sind sehr viele Leute hergekommen, um mich zu sehen. Auch Leute, die ich gar nicht kannte, die mich aber offenbar kennen und die es krass fanden. Ich habe sehr viel Feedback bekommen. Ich habe alte Freunde wiedergesehen und das Gefühl gehabt, jeder Text den ich gemacht habe, streift eine Lebensphase mit den Menschen, die hier sind. Ich habe nach langer Zeit gemerkt, ich kann mich nicht so lange selbst reden hören. (lacht) Aber davon ab ist alles geil! 

Viele der Texte bedeuteten für Dich unterschiedliche Dinge aus vielen Lebensphasen. Wie kommt es dazu, dass Du so persönliche Texte, die viel über Dich preisgeben, schreibst und vorträgst?

Irgendwie gab’s nie so die Alternative, etwas anderes zu schreiben. Also, ich habe wie viele junge Mädchen angefangen, Texte zum Therapieren zu schreiben. Und ich habe irgendwann gemerkt, dass es anderen Leuten ähnlich geht und dass es ihnen hilft. Und das ist super schön. Und wenn sie einmal geschrieben sind, diese Erlebnisse, dann sind sie wahr, aber dann sind sie halt durchgekaut. Dann hat man etwas Gutes draus gezogen. Irgendwie hatte ich nie das Bedürfnis, über etwas anderes als über mich, oder Leute, die mir nahestehen , zu schreiben.

Kommen die Texte immer im Nachhinein, oder ist das bei Dir so ein Ding, das in dem Moment kommt, in dem Du es fühlst?

Das kommt danach, ja. Da ist vorher ein Reflektionsprozess. Manchmal ist es ja auch einfach nur eine geile Line, die man hat. Ein cooles Wortspiel, wo man was drumbasteln möchte. Dann baue ich mir das zusammen: Zu welchem Gefühl möchte ich das haben?

Wie bist Du dazu gekommen, daraus jetzt eine ganze Show zu machen?

Ich slame jetzt schon so lange und ich hatte das Gefühl, ich muss mich weiterentwickeln. Ich habe das bei anderen erlebt und gemerkt, wie geil das ist. Und ich wollte einfach mal testen, wie viele Leute kommen. Ich wollte auch wirklich eine Dramaturgie haben mit einem roten Faden. Vielleicht bin ich ein bisschen geltungssüchtig, aber ich wollte mal einen Abend für mich. 

Worauf können sich die Leute einstellen, die Deine Show sehen wollen?

Wie man heute gemerkt hat, auf sehr viel Emotionen und persönliche Sachen. Hoffentlich auf Interaktion. Auf einen kuscheligen Abend. Auf sympathische Verpeiltheit! Ich hoffe, dass es sympathisch ist, wenn ich Szenen nicht hinkriege und Übergänge nicht finde.

Da ist viel Verletzbarkeit drinnen.

Ja, das stimmt. Aber so ist es. So ist man auf der Bühne. Man ist verletzbar, aber auch irgendwie geschützt.

Hast Du noch etwas, dass Du den Lesern und Leserinnen mitgeben möchtest?

Ich wünsche mir, dass sie die Zeit finden für meine nächste Ausgabe. Und dass sie ein offenes Herz mitbringen und ganz viel Empathie. Dass sie sich auf einen Abend einstellen, der vielleicht etwas verrückt ist.

:Stefan Moll

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