Studentisches Engagement nur bedingt erwünscht
Endlich klare Worte zum MZ

Kommentar. Bei 100. Semester MZ wurde auch über den Protest gegen die Änderungen in der Fotografie und Bildenden Kunst gesprochen.

Was wurde nicht herumgedruckst, worum es bei der Angelegenheit mit der MZ-Fotografie wirklich geht. Man wolle das Angebot erweitern durch den neuen Bereich und die Zusammenlegung mit der Bildenden Kunst (:bsz 1127). Man wolle die studentische Mitbestimmung durch eine Programmkonferenz fördern (:bsz 1130). Die hochschulpolitischen Gremien geben sich unverständig nach der Devise: Was wollen die Studierenden? Gibt doch bald mehr Mitbestimmung! Häufig kritisiert dabei: Die mangelhafte Transparenz und Informationspolitik der Hochschule selbst. Damit ist jetzt Schluss – bei den Feierlichkeiten am Donnerstag gab es von RUB-Kanzlerin Christina Reinhardt endlich klare Worte.

Das liebe Geld

Es ging natürlich doch ums liebe Geld – studentischen Gremien wurde mit der Programmkonferenz ein vergiftetes Geschenk gemacht. Mehr Mitbestimmung ja, aber die Mittel werden dafür gekürzt. Der Personalhaushalt sei unterfinanziert und ein Rückgängigmachen des Prozesses der Satzungsänderung und des Stellenabbaus doch viel zu mühselig und daher unwahrscheinlich, heißt es. Es war dann am Ende auch gar nicht so schwer, das zu kommunizieren. Denn das Urteil fällte das vergangene Rektorat – man ist also gar nicht schuld. Kann man nix machen – RIP Fotografie 2017 und RIP Bildende Kunst 2020. Man würde Euch ein Denkmal errichten, aber leider ist Bildhauerei ja auch Teil der Bildenden Kunst …

Keine Hoffnung?

Bezeichnend dabei: Man schätzt überall das studentische Engagement, aber ein Entgegenkommen hält man für unwahrscheinlich. Als wäre man im Rektorat selbst nur passiv betroffen. Sind wir denn SklavInnen der Bürokratie, dass wir einmal gefasste Beschlüsse nicht abändern können?  Würde man die Wünsche und das Engagement der Studierenden tatsächlich zu schätzen wissen, nicht nur in Worten, würde man die Satzungsänderung noch einmal neu evaluieren. Bis tatsächlich eine Leitung fehlt, um ein gleichwertiges Programm aufzustellen, sind immerhin noch drei Jahre Zeit …

:Frederik Herdering