„Gesunde Ernährung“ – Gute Note gratis
Eine Eins zum Mitnehmen
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Glosse. Deutschlands Kinder sind zu fett – erzähl‘ mir mal eineR etwas Neues. Ein neues Schulfach soll’s richten – welch schöne Seifenblase.

Ein neues Schulfach – Ernährung. Das soll jetzt richten, was über Jahre verbockt wurde. Nicht nur, dass in jedem Essen – und sei es noch so salzig – Unmengen Zucker versenkt werden. Ein Mirakel, dass ich Zeit meines bisherigen Lebens nicht lösen konnte: Warum bitte muss in Mayonnaise Zucker? Zum Konservieren zu wenig, im Geschmack einfach eklig – warum kommt das da rein? Oder in Krautsalat? Was stimmt nicht mit der Krautsalatindustrie? Ein Esslöffel Zucker zum Abrunden an sauren oder salzigen Gerichten – okay, geschenkt. Aber – what the fuck – Krautsalat ist keine Süßspeise! Statt den Mist einfach da rauszulassen und der adipöser werdenden Jugend so einen Riegel vorzuschieben oder der Cola endlich abzuschwören, soll es jetzt ein neues Unterrichtsfach retten. Das fordert zumindest die Gewerkschaft NGG Nice try, boys and girls in der Regierung, meine Wahrsagekugel sagt leider, dass das nicht funktionieren wird. 

Die alte Zeit

Lang, lang ist es her, doch auch ich war einmal an der Schule und ich kann Euch sagen: Niemanden interessiert es einen Deut, was in „Gesunde Ernährung“ gelehrt werden würde. Am Ende gibt’s den Test oder ein Referat für die gute Note in mündlicher Mitarbeit und es wird sich über die einfache 1 auf dem Zeugnis gefreut, die den Notendurchschnitt hebt und die 5 in Mathe ausgleicht. Der Satz „Eine Dose Coca Cola enthält 35 Gramm Zucker, das sind 139 kcal“ wird sich niemand so einbrennen wie „Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen“ oder „he, she, it – das ‚s‘ muss mit“. Am Ende des Tages bringt es nichts, wenn in den sechs Unterrichtsstunden am Tag gesund gegessen wird (oder schlimmer noch – nur davon gesprochen wird) und es am Wochenende Tiefkühl-Futter, die goldene Möwe und den Burger König abwechselnd gibt. 

Nette Idee – wird nur leider an der Realität scheitern. Das Problem ist natürlich auch mangelndes Wissen der Kinder, aber sie sind eben Kinder, die einen Erwachsenen haben, der ihnen zur Seite steht und für sie verantwortlich ist. Also ist es sinniger, die Eltern an die Hand zu nehmen, statt den Kindern eine gute Note auf dem Zeugnis zu schenken.

  :Kendra Smielowski