Studierende veröffentlichen Anthologie
Ein Sprungbrett für Autor*innen in die Verlagswelt
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Mitherausgeberin der Anthologie: Autorin Natascha Herkt freut sich über das gemeinsame Buchprojekt und die wertvollen Erfahrungen, die sie machen durfte. Bild: mag
Mitherausgeberin der Anthologie: Autorin Natascha Herkt freut sich über das gemeinsame Buchprojekt und die wertvollen Erfahrungen, die sie machen durfte.

Literatur. Studierende der RUB bringen die Anthologie „Wahltag – 19 demokratische Geschichten“ mit Geschichten rund um den Wahltag 2017 heraus. Die Texte sind humoristisch, ernst und bewegend. Zustande kam das Projekt durch ein Seminar mit dem Autor Oliver Uschmann.

Am Wahlsonntag ist einiges los: Elfen, Jugendliche, eine Taube und zahlreiche andere außergewöhnliche und gewöhnliche Gestalten tummeln sich in den Wahllokalen. Jedenfalls in den Geschichten der Teilnehmenden des Seminars „Den Fuß in die Tür − Schreiben und Publizieren im Literaturbetrieb“.


Idee und Realisierung

Das Blockseminar des Schreibzentrums der RUB findet in jedem Sommersemester statt und wird geleitet von Oliver Uschmann. Hier haben Studierende die Gelegenheit, an ihren Buchprojekten zu arbeiten, sich Tipps zum Thema Vermarktung und Veröffentlichung sowie ein Feedback vom Fachmann zu holen.
Der letzte Seminartag fiel auf den Wahlsonntag 2017. Die Studierenden bekamen den Tag frei: „Wir sollten uns vorstellen, wie unsere Figur in das Wahllokal geht“, erklärt die Seminarteilnehmerin Natascha Herkt. Die eigenen Beobachtungen flossen in die Texte ein und so trafen Literatur und Realität aufeinander.
„Es stand danach die Idee im Raum, dass man aus den Geschichten ein Buch machen könnte“, meint die Studentin. Sie arbeitet als Peer-Tutorin im Schreibzentrum und hat dort nachgefragt, ob eine Buchveröffentlichung möglich wäre. Mit der finanziellen Unterstützung des Schreibzentrums konnte die Idee realisiert werden. Teilnehmer Lars Hannig und sie erklärten sich bereit, als Herausgeber*innen zu fungieren. Das bedeutet, sie kommunizierte mit den Autor*innen, erstellte das Layout, gab ein Feedback zu den Texten und lektorierte sie. Auch der Entwickler des Projektes, Oliver Uschmann, half mit: „Er schrieb das Vorwort und am Ende jeder Kurzgeschichte einen kleinen Text zu der Buchidee.“ Außerdem verfasste er eine exklusive Geschichte seiner „Hartmut und ich“-Reihe für das Buch und war Erstlektor. Ursprünglich sollte das Buch vor der Regierungsbildung veröffentlicht werden, doch die Bearbeitung hat länger gedauert, sodass es zu Bochum Total herauskam. Oliver Uschmann hielt bei dem Festival eine Lesung, auf der er auch die Anthologie „Wahltag – 19 demokratische Geschichten“ anpries. Eine gemeinsame Lesung mit den Autor*innen ist im Oktober geplant.

Feedback und Starthilfe

Den Seminarteilnehmer*innen stand frei, ob sie ihren Text veröffentlichen wollen und ob sie die Änderungsvorschläge umsetzen. „Ich versuche, den Stil des Autors beizubehalten und nur aus der Sicht des Lesers Änderungen vorzuschlagen, zum Beispiel wo ich etwas nicht verstanden habe“, meint die Tutorin, die besonders die verschiedenen Stile, Blickwinkel und die Vielfalt der Texte mag, „das letzte Wort hat aber immer der Autor.“
Es gehe nicht darum, mit dem Buch einen Gewinn zu erzielen, sondern um die Chance, in einem Buch seine Geschichte zu veröffentlichen und zu verbreiten. „Es ist eine kleine Starthilfe für kreative Menschen, die ermutigt werden, ihre Projekte weiter zu verfolgen und ein kleines Sprungbrett haben, um das Manuskript bei Verlagen besser bewerben zu können“, so Natascha Herkt. Daher freut sie sich, wenn viele Menschen bei den Buchhändler*innen ihres Vertrauens das Buch bestellen.

:Maike Grabow

Info:Box

Hrsg. Natascha Herkt und Lars Hannig: „Wahltag – 19 demokratische Geschichten“, Books on Demand, 92 Seiten, 5,95 Euro.

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