Arbeitskreis Umweltschutz Bochum richtet Appell an BürgerInnen, Politik und Medien
Ein Plädoyer für die Nachhaltigkeit
Collage: tom
Die Umwelt schützen: Weniger emittieren. Collage: tom
Die Umwelt schützen: Weniger emittieren.

Mehrere Bochumer ProfessorInnen haben sich dem Appell bereits als ErstunterzeichnerInnen angeschlossen, darunter Marcel Hunecke (RUB), Professor für Umweltpsychologie, Petra Schweizer-Ries (Hochschule Bochum), Professorin für Nachhaltigkeit und Norbert Hüttenhölscher (TU Georg Agricola), Professor für Zukunftsenergien. Vorgesehen ist, dass möglichst viele Menschen den Appell unterzeichnen, um mehr Aufmerksamkeit für das Thema zu generieren. 

Mit dem Appell wolle man „zu aktivem zukunftsfähigen Handeln und zu einem gesellschaftlichen Wandel auf allen Ebenen“ aufrufen und gleichzeitig beispielhaft Handlungsmöglichkeiten für jedeN benennen, sagt Ingo Franke, Initiator des Appells und Mitglied im Landschaftsbeirat der Stadt Bochum. Denn in Deutschland werden jährlich, so heißt es im Schreiben, dreimal so viele Ressourcen verwendet, wie die Erde in der gleichen Zeit regenerieren kann. Beispielhaft dafür steht der sogenannte 

Welterschöpfungstag, der den Moment markiert, „ab dem die Menschheit oder ein Land aus ökologischer Sicht mehr Ressourcen verbraucht als die Erde produzieren kann“, heißt es auf der Internetpräsenz des AkU Bochum. Vergangenes Jahr fiel dieser Tag in Deutschland bereits auf den 28. April. 

Was Du tun kannst

Um ebendiesen Tag weiter nach hinten zu verschieben, sollte man sich beispielsweise veralteter Wäschetrockner entledigen, die einen „sinnlosen Umweltverbrauch“ darstellen. Nun hat aber nicht jedeR finanziell die Möglichkeit, ein effizienteres Ersatzgerät anzuschaffen. Keine Sorge. Denn laut Ingo Franke gilt: „Je weniger Geld Leute zur Verfügung haben, desto umweltfreundlicher ist ihr Lebensstil.“ Diese reisen dann zum Beispiel auch weniger und weisen einen kleineren ökologischen Fußabdruck auf. 

Auch Studierende verhalten sich laut Franke nicht immer vorbildlich. Sie führen zu oft mit dem Auto zur Uni, obwohl es ohnehin zu wenig Parkplätze gebe. Allerdings seien sie, durch ihre geringen finanziellen Möglichkeiten, weniger umweltschädlich als andere. Zudem gesteht er ein: „Die U35 ist eine Katastrophe“ und sollte im Minutentakt fahren. Als Studi-Tipp gibt Franke mit: Wäsche nicht bei 90 Grad waschen, die Waschmaschine immer voll machen, und nur wenig Waschmittel verwenden. Studierende bekämen im Hörsaal ohnehin nicht so viel Arbeitsdreck ab.

Stadt in der Verantwortung

Was wird der Appell letzten Endes bewirken? Eine Thematisierung im Stadtrat? Umweltfreundliche Beschlüsse? Franke sagt, man wünsche sich das natürlich, rechne aber nicht unbedingt damit. Das Energie- und Klimaschutzkonzept Bochum 2030 thematisiere den Umweltschutz überhaupt nicht und Oberbürgermeister Thomas Eiskirch hätte auf eine seiner Anfragen erwidert, es handele sich dabei um ein Partikularinteresse. „Deshalb bin ich da verhältnismäßig pessimistisch“, ergänzt Franke. Der AkU Bochum erwartet eine ehrliche und nachvollziehbare Bilanzierung des bisher Erreichten im Klimaschutz – die bisherigen Berechnungen erachtet Franke als unzureichend. Industrie und Politik sollten sich fragen: „Was richtet ihr für die Zukunft an?“

Wer sich am Appell beteiligen möchte, kann dies unter tinyurl.com/AkUAppell tun. Des Weiteren bittet Ingo Franke darum, dem AkU Bochum Feedback zukommen zu lassen, besonders wenn Ihr nicht unterzeichnet.       

           :Tobias Möller